Socotra – kurz aber intensiv

Feb 2019 //// Am 19.2.19 kommen wir in Socotra, Jemen, an. Wir haben uns vorher bereits bei dem Agenten Ghanim Hassan Ali angemeldet und so geht das Einklarieren schnell von statten. Socotra wird manchmal als das Galapagos des Indischen Ozeans bezeichnet. Das ist sicher übertrieben, aber es gibt einige endemische Pflanzen – etwa 800! hierzu zählen die Drachenblutbäume, deren Harz als Medizin Verwendung findet und riesige Sukulenten, die z.Z. unseres Besuchs gerade in Blüte standen – und einige endemische Vögel zu bewundern, die uns Ghanim bei einer wilden Tour mit einem allradangetriebenen Pick-Up über die Insel zeigt. Die Route führt uns vorbei an der nördlich gelegenen „Hauptstadt“ Hadibu, einigen Militärstationen, des Jemen, der Vereinigten Arabischen Emirate sowie von Saudi-Arabien vorbei an einem Fischerdorf neben einer im Sonnenlicht gleissend hellen Düne mit Lagune im Westen der Insel gelegen über einen bizarre Bergformation die durch mehrere Canyons durchzogen ist und wo sich die berühmten Drachenbäume befinden, runter zur südlichen Küstendüne. Diese Dünen sind ebenso wie die, die wir im Westen besucht haben, sehr beeindruckend. Sie gehören zu den grössten ihrer Art weltweit. //// Ghanim, den wir der Einfachheit halber Ali nannten, hat arabisch studiert. Er spricht ein ziemlich gutes Englisch und ist ein super Führer. Die überwiegend moslemischen Bewohner der Insel leben vor allem vom Fischfang und in den Bergen von ihren Ziegen und Schafen. Die sind nur leider so zahlreich, dass die mehrere hundert Jahre alten Drachenbäume kaum noch eine Chance haben sich zu vermehren. Ein Prozess der wegen des beachtlichen Lebensalters der Pflanzen langsam voran geht, aber dessen Ende vorhersehbar ist. Frauen sind selten in der Öffentlichkeit zu sehen, wenn dann nur in Begleitung und mit schwarzer Abaya und Niquab bekleidet. Ghanim hält sich auch während unserer Inseltour streng an die Gebetszeiten und die rituelle Waschung. Letzteres war auf einer Insel mit Wüstenklima nicht immer unproblematisch. Wir boten ihm eine Flasche unseres Trinkwassers an, das wollte er aber nicht nutzen und so mussten wir eine ihm bekannte Moschee ansteuern. //// Socotra war wohl früher ein Hauptzentrum der Piratenaktivität im Golf von Aden und wird immer noch für Yachten nicht empfohlen. Seit die Insel intensive Hilfe von den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien bekommt, wirtschaftlich und auch militärisch, gilt Socotra als sicher. Der Ankerplatz liegt vor dem kleinen Containerhafen im Norden von Socotra. Hier gibt es auch das einzige funktionierende Internet über Mobilfunkroaming- man loggt sich in das Saudische Mobilfunknetz ein, welches das Hafengebiet abdeckt. Sonst gibt es nur langsames Internet über das Mobilfunknetz der VAE. Geldautomaten für internationale Karten gibt es keine, man kann Dollar und vereinzelt Euro tauschen. Auf dem Markt bekommt man etwas Obst, Gemüse, Eier, das meiste kommt aus dem Jemen. Die Menschen sind sehr freundlich und hilfsbereit. In keinem Moment haben wir uns unsicher gefühlt. Es war ein bisschen traurig so schnell wieder absegeln zu müssen, aber die Hauptstrecke durch den unsicheren Golf von Aden lag noch vor uns und wir hatten deshalb keine wirkliche Ruhe.

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