Von Buddhas, einem Weltkulturerbe und einem verstaubten Hotel

In einem Land, in dem etwa Dreiviertel der Bevölkerung Buddhisten sind, steht natürlich an jeder Ecke eine riesige Buddhastatue. Das Allerheiligste aber ist eine Reliquie, ein Zahn des Buddha, der in der ehemaligen Königstadt Kandy in einem imposanten Tempel, heute Weltkulturerbe der UNESCO, aufbewahrt wird. Die Reliquie befindet sich in einem kleinen Schrein, der wiederum in einem grossen Schrein steht, umgeben von Klostergebäuden und Museen. Drei mal täglich wird, begleitet von Trommelschlägen aus dem Geschoss darunter, eine kleine vergoldete Tür geöffnet und die Gläubigen, die sich in der engen Vorhalle drängen, können einen Blick auf den Schrein werfen. Auch wir durften an der Zeremonie teilhaben und für einen Bruchteil einer Sekunde den Schrein bewundern, die Schlange ist lang. Alle sind im kontinuierlichen Fluss. 

Im Zahntempel von Kandy – Gläubige warten auf den Augenblick, wenn die Tür sich öffnet und sie einen Blick auf den Schrein werfen können, in dem sich der Zahn des Buddha befindet

Queens Hotel in Kandy – hier hat auch Hermann Hesse übernachtet – hübsche Fassade mit lieblosem schmuddeligem Innenleben

Kandy ist sehr touristisch, wegen des Tempels und der nahegelegenen Teeplantagen. Am Ende waren wir froh, die Stadt schnell wieder verlassen zu können. Manchmal stimmen Erwartungen und Realität eben nicht überein. Die Stadt ist chaotisch, unser Abendessen war ein echter Reinfall und das Hotel, in dem wir übernachteten, verfrachtete uns in die letzen, lieblos eingerichteten Zimmer unterem Dach, am Ende dreier schier endloser Gänge und ebenso vieler Treppenhäuser. Dabei ist das Queenshotel ein traditionsreiches Haus, in dem schon Hermann Hesse seine Zeit verbrachte und vielleicht schon die ersten Texte für seinen Siddhartha verfasste. Jedenfalls gibt es einen Tagebuchauszug von ihm, in dem er das Hotel als letzte Rückzugsbastion vor allzu aufdringlichen Händlern, die ihm das Geld aus der Tasche gezogen haben, beschrieb. Viel hat sich heute im Vergleich zu seiner Beschreibung nicht geändert, auch das Haus ist noch so wie vor hundert Jahren 😉

Buddha Statuen im Höhlentempel von Dambulla

Die Höhlentempel von Dambulla, ebenfalls ein gelistetes Weltkulturdenkmal, das wir auf dem Weg nach Kandy besichtigten, haben uns demgegenüber wirklich beeindruckt. Im Laufe der Zeit haben verschiedene Prinzen und Könige in mehreren Höhlen viele Buddha Statuen errichten lassen. Manche sind riesig, mit Blattgold versehen und wurden direkt aus dem Stein gemeißelt. Wände und Decken sind vollflächig bemalt und stellen Szenen aus dem Leben des Buddha dar.

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