Ein-Tauchen in das wunderbare Belitung

17. bis 19.09.18 von Kumai nach Belitung 02°33.53 S 107°40.57 E – 85+112+73 sm –

Nach der aufregenden Tour in Kalimantan und ein paar anstrengenden Segelstunden gegen den Wind kreuzend aus dem Fluss raus und dann später am Abend und in der Nacht durch ein schier endloses Gewirr von Riffen, kleinen Inselchen und vielen Fischern sind wir froh nach drei Segeltagen in Belitung angekommen zu sein. Unser französischer Freund Gilles verliess Kalimantan einen Tag vor uns, ist aber nirgends in der Bucht zu sehen. Wir machen uns etwas Sorgen, denn die Passage hatte es ja in sich. Thomas und Olaf wären in der ersten Nacht beinahe in einen hiesigen Schleppverband, der nicht beleuchtet war und kein AIS hatte, rein gefahren. Ein anderes Segelschiff ist in einer der folgenden Nächte auf ein Riff aufgelaufen. Aber die Sorgen sind unbegründet, die lokalen Fischer erzählen sich bereits, dass sie einen Katamaran, dessen Motor ausgefallen war, in die östlich von unserem Ankerplatz gelegene Bucht gezogen haben. Und Gilles, den wir tags drauf dann in der Stadt treffen, schwärmt von dem leckeren Fisch, den er mit den Fischern gegessen hatte.

Mit uns ankert auch die Samarah II in der Bucht. Zoë freut sich, dass sie mit Erica und dem Hund Zeit verbringen kann. Jedoch, ist erst einmal Schule angesagt, die wurde in letzter Zeit etwas zu sehr vernachlässigt. Währenddessen machen sich Susanne und Olaf auf die Suche nach dem Geburtshaus des indonesischen Schriftstellers Andrea Hirata und entdecken Strände mit den wunderbarsten farbenfrohen Fischerbooten. Mit zurück bringen sie, abgesehen von vielen Fotos, Hiratas Roman Laskar Pelangi (englischer Titel: the rainbow troops), in dem er seine Kindheit beschreibt. Damit der Protagonist Ikal und seine Freunde zur Schule gehen können, muss es mindestens zehn Schüler geben. Alle zehn lernen diese kleine Dorfschule und ihre beiden Lehrer zu lieben, und als die Schule geschlossen werden soll, unternehmen sie alles, um sie zu retten. Indonesien wird sehr schön beschrieben, und auch, wie schwer es ist, eine gute Ausbildung zu beenden. Gleichzeitig geht es ums Erwachsenwerden, und darum, dass das Leben oft etwas anderes will als man selber.

Wir bleiben an diesem wunderbaren Ort knapp eine Woche. Unter anderem weil schon wieder eine Erneuerung des „Social Visa“ ansteht. Mit Grauen erinnern wir uns an die komplizierte und teure Prozedur in Bali, drei Besuche beim Immigrationsbüro, ein Agent, ein Sponsor und viele Kilometer über die nicht gerade gut ausgebauten Strassen Balis. Erstaunlicherweise ging es hier in Belitung dann plötzlich recht einfach. Wir geben unsere Pässe ab und können sie schon nach drei Werktagen wieder abholen. Es fällt nur die Gebühr für das Immigrationsbüro an, Sponsor und Agent müssen nicht in Anspruch genommen und auch nicht bezahlt werden.

 

farbenfrohes traditonelles Holzausflugsboot in Bangka-Belitung

Den ausgezeichneten lokalen Markt besuchen wir mehrmals. Hier kann man alles mögliche unkompliziert und für wenig Geld besorgen, solange man nicht unbedingt eine bestimmte Sache sucht, sondern sich offen zeigt für neue Erfahrungen, wie z.B. einen neuen Akku für das, als persönlicher Kalibu-Hotspot stark überbeanspruchte iPhone von Birgit vor Ort einsetzen zu lassen. Die schaut mit sorgenvollem Blick dem Indonesier über die Schulter, als er rabiat die Klebeverbindung des alten Akkus mit einem Schraubenzieher löst. Ob das Telefon nach dieser Prozedur noch funktioniert?? … ja, tut es 🙂

 

Kathryn und Roberto von der Samarah organisieren eine Tauchtour. Wir freuen uns, dass uns Isaac, ein erfahrener Taucher, begleitet. Zu sehen gibt es aber nichts aussergewöhnliches. So nahe an Sumatra und Java sind die Fische alles andere als zahlreich und die meisten Korallen abgestorben. Nach zwei Tauchgängen am Morgen besuchen wir nachmittags den 130 Jahre alten Leuchtturm auf Pulau Lengkuas. Der ist komplett aus vorgefertigten Stahlteilen errichtet, die aus Europa hierher geschifft wurden. Zum Abschluss legen wir noch einen Stopp an einer der vielen steinigen Inselchen ein. Die meisten Ausflugsboote sind bereits zurück im Hafen und wir geniessen ein entspanntes Bad mit wunderschönen Ausblicken auf die einzigartige Landschaft.

Zwei Tage später lichten wir den Anker, auch ohne Wind muss es weiter gehen.

 

Leuchtturm auf Pulau Lengkuas

Wir nähern uns dem Äquator – der Wind verlässt uns mehr und mehr – zum Spinnaker-Segeln reicht es grad eben noch so.

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