Und plötzlich sind wir 6 an Bord von Kalibu

Geht auch, auch wenn es mitunter ungewohnt eng wird, weil es mittlerweile so heiss ist, dass sich alle im Cockpit drängen. Unter Deck kann man es kaum noch aushalten. Am schwierigsten ist es wohl für Johannes, der im Salon schläft und das kann er natürlich erst, nachdem die pubertierende Bande von Zoe, Leo und Lucie ihr Abendprogramm beendet haben.
Im Norden von Flores ist es seit Wochen quasi windstill, nur ab und zu weht eine leichte Brise. Bis zum Komodo Nationalpark sind es noch knapp 120 Meilen, die wir in 4 Tagestouren überwiegend mit Motorunterstützung zurücklegen. Nicht so toll. Die Ankerplätze sind recht unterschiedlich, selten so wie in den Reiseführern beschrieben, manche überraschend idyllisch, andere ebenso überraschend rollig. An einem dieser Ankerplätze gehen wir sogar mitten in der Nacht Anker auf und machen uns bereits um 3:30 Uhr auf die Weiterfahrt.
Der Nationalpark ist, wie nicht anders zu erwarten, super voll mit lokalen Touristenbooten in allen erdenklichen Grössen. Wir nähern uns am späten Nachmittag der Ranger-Station auf Rinca, die in der Krokodilbucht liegt. An Land sieht man Affen, Rotwild und ein Adler schwebt majestätisch in der Luft. Keine Krokodile in Sicht. Die haben sich ob des Rummels nach Flores zurückgezogen. Unser Anker fällt in grossem Abstand hinter den Ausflugsbooten und wir hoffen, dass die gegen Abend alle verschwinden. Weit gefehlt, kaum sind die Tagesausflügler weg, erscheinen die Boote, die eine mehrtägige Reise unternehmen sowie kleinere Versorgungsboote. Letztere mit lebenden Ziegen an Bord.
Wir haben die erste Tour über die Insel gleich um 7 Uhr am nächsten Morgen gebucht. Lange wollen wir in dem Trubel nicht bleiben. Zwei Stunden laufen wir über die recht kleine Insel, doch die einzigen Komodowarane oder Komododrachen, die wir zu Gesicht bekommen, tummeln sich um die Küche. Woran das wohl liegt?! Die Wanderung hat sich trotzdem gelohnt. Allein schon wegen des grandiosen Ausblicks.


Danach wollten wir zum nahe gelegenen Makassar Riff, wo man Manta Rays beobachten kann. Hier versammeln sich noch mehr Ausflugsboote, alle unter Motor, dazwischen viele Taucher und Schnorchler. Ankern ist verboten, um die Korallen zu schützen. Der Schwell ist hoch, die Strömung stark. Keine gute Voraussetzung für uns, um mal eben ins Wasser zu springen. Leider muss ich auch dieses Mal auf die Mantas verzichten.
Mit mitlaufenden 6 Knoten Strom und extrem kabbeliger See sind wir im Nu in der nächsten Ankerbucht, wo die scheuen Affen uns schon von weitem erblicken und Reißaus nehmen. Die Aussicht ist grandios, das Wasser trübe, für einen Schnorchelausflug ungeeignet. An Land wollen wir auch nicht so richtig, weil am Strand deutliche Spuren der nicht ganz ungefährlichen Warane zu sehen sind.
Noch rund 250 Meilen bis Bali, wo wir am 31.07.2018 ankommen.

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