Awei Island

Nachdem gestern für mich ein Ruhetag war, begleitete ich heute Papa an Land, half Leo das Unterwasserschiff ein wenig von Algen zu befreien und genoss den Frieden, den dieser Ankerplatz an einem Sonntag ausstrahlt. Gestern sahen wir ständig „outrigger“ Kanus, mit vielen Früchten und Kokosnüssen beladen, hin und her fahren, Menschen schnorcheln und fischen… busy, busy. ////////// Wir sind gestern gegen neun hier angekommen, ich weiß, man glaubt es kaum, aber ich bin nach meiner Wache, die um fünf anfing, nicht direkt wieder ins Bett verschwunden. Straffe Leistung für eine leidenschaftliche Langschläferin wie mich! Nach einem ausgedehnten Frühstück mit Müsli und Brot folgte ein entspannter Vormittag für mich und ein Landgang für MaPa und Leo. Der Dorfchef, der uns schon von seinem Kanu aus begrüßt hatte, wartete bereits und erklärte ihnen auf Nachfrage alles was sie wissen wollten. Gastgeschenke und Früchte wechselten den Besitzer. ////////// Eben dieser Dorfchef war es auch, der mich heute morgen geweckt hätte, wenn ich nicht schon wach gewesen wäre. Diese Nachtwachen haben katastrophale Folgen: wer will schon an einem Sonntag um acht aufstehen? Und noch früher aufwachen? Ich war sogar schon um fünf wach, schlief dann aber – zum Glück! – wieder ein. Auch heute hatten wir ein ausgedehntes Frühstück und wieder gingen wir an Land. Diesmal aber nur Papa und ich und auch erst als ich einmal ins Wasser gesprungen war und mit Leo ein wenig geputzt hatte. An Land ging es erst eine Weile durch den Wald, bevor wir das Dorf erreichten. Wir wollten zur Tochter des Chiefs, Elsina, die sich am Bein verletzt hat und nun Medizin benötigt. Dafür mussten wir sie aber erst mal finden. Das Dorf ist sehr schön, ebenfalls friedlich. Das einzige Gebäude aus Stein ist das blassrosa gestrichene Gemeindehaus, das noch im Bau ist. Alle anderen bestehen aus Palmwedeln und Holz. ////////// Die Vorräte lagern in einem kleinen extra Häuschen auf Stelzen. Alles war sehr sauber, bis auf gelegentliches Plastik. Das ist wohl unvermeidlich. Viel los war allerdings nicht. Alle befanden sich in der ungefähr eine Stunde Fußmarsch entfernten Kirche. Ein paar waren allerdings dageblieben. Eine ältere Frau und zwei Jungen sind die ersten, die wir zu Gesicht bekamen. Wäre sonst auch irgendwie gruselig gewesen, wie ein Geisterort, erst vor kurzem wegen schrecklicher Wasserschlangen verlassen. Zum Glück war es hell. Allerdings war das auch ein Nachteil, denn selbst im Schatten war es unglaublich heiß. Alle versammelten sich als Papa das schüchterne Mädchen verarztete. Wobei alle eigentlich nur die ältere Frau, die beiden Jungen plus noch eine Frau und Elsinas Mutter waren. Dieser erklärte Papa genau, was er tat. Zuerst ein wenig reinigen, dann desinfizieren, Salbe und zum Abschluss wurde die Wunde unterhalb des Knies noch in Mull und einen dünnen Verband gewickelt. ////////// Wieder an Bord gab es Mittagessen, Maiskolben, die lila, weiß und alle Schattierungen von Gelb besaßen, Brotfrucht-Chips und von Mama selbst gemachter Humus. Leider war unser Kochgas alle, bevor alle Chips fertig waren. Quasi als Ausgleich gab es zum Nachtisch Maracuja in Jogurt, eine Spezialität, die Mama schon auf den Gambiers entwickelt hatte. ////////// Zoë 20.5.2018 ////////// ///////// English ////////// I had a relaxed day yesterday. But today I accompanied Papa on shore, helped Leo to fight against the barnacles on the underwater part of Kalibus hull and enjoyed the peace of this anchorage on a Sunday. Yesterday we saw ‘outrigger’ canus all day, loaded with lots and lots of fruits and coconuts, going here and there, people snorkelling and fishing…busy, busy. We came here yesterday, I know, hard to believe, but I didn’t go back to sleep after my watch – which starts always at five o’clock in the morning. Quite a challenge for a long sleeper like me! After an extended breakfast with muesli and bread followed a relaxed morning for me, and MaPa and Leo went on shore. The village chief, who already welcomed us, waited for them and explained everything they wanted to know. Some presents and fruits changed their owner. It was the very same chief who would have woken me today, if I hadn’t been awake already. ////////// This night-watches have catastrophic consequences: Who wants to get up at eight on a Sunday? And wake up even earlier? As a matter of fact, I was already awake at five o’clock, but – fortunately – could go to sleep again. Today we had a nice extended breakfast again and again we went on shore. But this time just Papa and me, and not until I jumped into the water once and cleaned the hull a little bit with Leo. On shore we first walked through the forest for a wile before reaching the village. We wanted to see the daughter of the chief, Elsina, who injured her leg and now needs medical treatment. But we had to find her first. The village is beautiful, peaceful as well. The only stone building is the pale pink painted community house, which is not finished yet. All the other houses are made of palm leaves and wood. The food is kept in a small separated building on stilts. Everything was very clean, except of some plastics now and then. I guess that’s unavoidable. However it wasn’t that much going on. Everybody was at the church, which is approximately one hour away. Only a few stayed. The first ones we saw were an older woman and two boys. Otherwise it would have been creepy, like a ghost town, which the people left because of horrifying poisoning water snakes. Luckily it was daytime. Though this also was a disadvantage, because even in the shadow it was unbelievably hot. Everybody came together to watch Papa treat the shy girl. Whereas ‘all’ were just the older woman, the two boys, another woman and Elsinas mother. To her, Papa explained all he did. First a little cleaning, disinfection, ointment and finally a bandage. Back on board we had lunch, corn cubs, which were purple, orange and yellow, breadfruit chips and from Mama self made Humus. Unfortunately our cooking gas was empty, before all chips were made. Quasi as correction we had passion fruit in yogurt for dessert, a speciality, which Mama evolved at the Gambiers. ////////// Zoë 20.5.2018

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