Freundlich und entspannt – zurück in den Tropen

Frindly and Easy Going – Back in the Tropics

Vanuat ’hot’ say Mama and Leo. ’reminds me of Africa’ says Papa. Maybe both are right. It’s warm and it reminds me a little bit of Africa as well. Ok. A mixture of Africa and French Polynesia. The people are so much more laid back than in New Zealand. ’The Biosecurity will come in Port Villa,’ says the customer man and tries to call the immigration man on his smartphone. Also, no problem, if he doesn’t come. You’ll just get your stamps in Port Villa as well. However, no problem, the immigration man has already seen Kalibu and wants to earn the 4800 Vatu, which he gets for the stamping. He is also very friendly and even takes us with his Jeep to the bank, after our passports are stamped properly at the small office. By the way the same, through a once white counter parted room, which had three little separated spaces and a desk full of unpacked cartons, addressed to Customs Lenaka Tanna, where we met the customs guy. The bank on the other hand was in excellent condition, comfortably cooled by an air conditioner and the bank employee wore a clean suit along with a green tie. He counted the beautiful money – why are there always just heads on dollars? – three times, before he showed Papa, that he surly hadn’t miscounted himself. At the market Papa bought bananas, papayas and grapefruits. We could also spot some bred fruits and three chickens. If dead or alive was not realisable. We even got wifi, which means Papa bought a sim card and internet from Digicell, even more expensive than in New Zealand, which he pointed out later.
The next day we went onshore again, me especially to escape the rough Anchorage. After the nine – not precisely quite- days at see I had enough of that. Yet, if I had hoped to get a little relaxation, in front of Lenaka, but no chance. In the City Papa walked from shop to shop searching for 13er stapler needles, me always behind. Also, no chance.8er, yes,12er as well, but 13er? We inquired about the volcano too. At the market, where Papa bought too avocados, someone offered to drive us there for 5000 Vatu – approximately 50 dollars. A sailor from Tahiti, whom we asked had been there yesterday, in the evening. He didn’t regret the 9570 Vatu per person he had to pay for the whole fun. And he had two sons. But for the younger one he only paid 7000. Apparently, there is no barrier, on can go very close and watch lava. Still, 95 dollars per person is quite expensive, and there are the driving costs as well. That makes 482 dollars. We all agree to leave tomorrow morning. Nostalgically I’m giving the volcano – covered in dark ash clouds – a last glance. There really is ash in the air. Kalibu is already completely black and this morning I had to wipe out my muesli bowl. Well, I have to go to Italy then. There are some volcanos too. Though, do they charge there now an entrance fee as well?
Zoë 10.5.2018

Vanuatu: ’heiß,’ meinen Mama und Leo. ’Erinnert mich an Afrika.’ meint Papa. Vielleicht haben beide recht. Es ist warm und auch mich erinnert es ein wenig an Afrika. Ok. eine Mischung aus Afrika und Französisch Polynesien. Die Menschen sind so viel entspannter als in Neuseeland. Die Biosecurity kommt in Port Villa, sagte der customs man und versucht auf seinem Smartphone den immigration typ zu erreichen. Auch kein Problem, wenn der nicht kommt. Dann bekommen wir unsere Stempel eben auch in Port Villa. Doch kein Problem, der imigration man hat Kalibu schon gesehen und will sich die viertausendachthundert Vatu verdienen, die er fürs stempeln bekommt. Ist ebenfalls super nett und nimmt uns sogar in seinem Jeep mit zur Bank, nachdem unsere Pässe ordnungsgemäß in dem kleinen Büro, übrigens dasselbe vom customs, gestempelt wurden. Dieser Raum, in der Mitte getrennt von einer ehemals weißen Theke, hatte drei abgetrennte, völlig zugemüllte Verschläge, und an der Rückwand standen unter und auf einem Holztisch lauter unausgepackte Kartons mit der Aufschrift: Customs Lenaka Tanna. Die Bank dagegen war tadellos sauber, von einer Klimaanlage angenehm gekühlt und der Bankangestellte trug einen sauberen Anzug mit grüner Krawatte. Er zählte das wunderschöne Geld – warum sind auf Euroscheinen eigentlich immer nur Fenster oder Köpfe? – dreimal ab, bevor er Papa noch mal vorzählte, dass er sich sicher nicht verrechnet habe. Auf dem Markt kaufte Papa Bananen, Papaya und Pampelmusen, die ’großen Zitronen.’ Auch Brotfrüchte entdeckten wir, kleiner als auf den Atollen und drei Hühner. Ob tot oder lebendig ließ sich leider nicht feststellen. Sogar Internet bekamen wir, das heißt Papa kaufte eine Simkarte und Internet von Digicel, noch teurer als in Neuseeland, meinte er später. Am nächsten Tag gingen Papa und ich wieder an Land – ich vornehmlich um dem rolligen Ankerplatz zu entkommen. Davon hatte ich nach der neuntägigen, nicht gerade ruhigen Überfahrt erstmal genug. Doch wenn ich auf Erholung gehofft hatte, vor Lenaka Fehlanzeige. In der Stadt lief Papa von Geschäft zu Geschäft, auf der Suche nach 13er Tackernadeln, ich immer hinterher. Ebenfalls Fehlanzeige. 8er, ja, auch 12er, aber 13er? Auch nach dem Vulkan erkundigten wir uns. Auf dem Markt, wo Papa zwei Avocado kaufte, bot uns jemand an, uns für fünftausend Vatu – was etwa fünfzig Dollar entspricht – hinzufahren. Ein Segler aus Tahiti, den wir nach dem Vulkan fragten, erzählte, er wäre erst gestern da gewesen, abends. Er hätte es nicht bereut, die neuntausendfünfhundertsiebzig Vatu pro Person, die der ganze Spaß wohl kostet, bezahlt zu haben. Und er hat zwei Söhne. Für den jüngeren seien es aber nur siebentausend gewesen. Man kann wohl ohne Absperrung nah rangehen und sich die brodelnde Lava genau ansehen. Doch fünfundneunzig Dollar pro Person ist ganz schön viel, finden wir, und die Fahrkosten kommen ja auch noch dazu. Das summiert sich auf vierhundertzweiundachzig Dollar. Einvernehmlich wird beschlossen, uns morgen früh vom Acker zu machen. Wehmütig werfe ich dem Vulkan, der von dunklen Wolken verhüllt ist, von denen Mama behauptet, es wäre Asche, eine letzten Blick zu. Asche ist aber wirklich in der Luft. Kalibu ist schon ganz schwarz und heute morgen durfte ich sogar meine Müsli Schüssel auswischen. Tja, da muss ich wohl nach Italien. Da gibt’s doch auch viele Vulkane. Obwohl, verlangen die da jetzt auch Eintritt? Zoë 10.5.2018

Unsere Reise zur Südinsel – Ein Abenteuer, wenig Internet und ein Knochenbruch

Schon am Flughafen in Christchurch fühlte Mama sich krank. Deswegen ging es direkt, nachdem wir ein Mietauto hatten, zu einem Arzt. Doch das mit dem Mietauto gestaltete sich komplizierter als gedacht. In der Autovermietung – zur der wir in einem überfüllten Kleinbus gelangten – stellte sich heraus, dass sie Papas europäischen Führerschein nicht akzeptierten. Also mussten wir über eine Stunde warten, bis der Führerschein übersetzt worden war. Mama hatte Schmerzen, Leo und ich Langeweile, die sich in der 24-hour surgery fortsetzte, wo wir natürlich wieder warten mussten. Als Mama ihre Medizin hatte und klar gestellt war, dass sie eine Blasenentzündung hatte, ging es ins Motel. Wo dann direkt mein persönliches Drama andockte. Das Internet. Auf Nachfrage bekamen wir ein paar Zettel, mit denen wir uns einloggen konnten. Kein Problem, oder? Doch. Ich schaffte es, zwei 3-5 min Christchurch Erdbeben YouTube Videos zu schauen, dann wurde ich herausgeschmissen. Die Zettel hatten begrenztes Datenvolumen. War dieses Datenvolumen alle, musste man sich neues kaufen. Da war ja sogar noch Französisch Polynesien besser: 100 € für 100 Stunden Internet. Am nächsten Tag ging es auf meinen Wunsch hin nach Quake City, das Erdbeben Museum von Christchurch. Aber davor besichtigten wir noch die alte Kathedrale, sowie die neue ‚Cardboard Cathedral.‘ Diese besteht aus Pappe, Holz und Stahl. Ich muss zugeben, dass wir Kinder etwas enttäuscht waren, erwarteten wir doch eine Kathedrale aus Pappe. Entworfen wurde sie von einem japanischen Architekten, Shigeru Ban. Die alte wurde bei dem Erdbeben am 22 Februar 2011 ramponiert. Klarer: verlor ihren kompletten Turm, und in einem Nachbeben auch ihre Bunt-Glas-Fenster. Nach dem Erdbeben gab es erst mal fast nichts mehr für die Menschen, kein Wasser, kein Strom, keine Toiletten. Die Leute wurden kreativ und bastelten sich im Garten eigene Plumpsklos und zum Duschen fuhren sie in Stadtteile, die noch Wasser hatten.

Nachdem wir durch Quake City durch waren, ging es direkt weiter, zu einem kleinen Haus in Fairlie. Auch hier hatten wir mit dem Internet so unsere Probleme. Mal ging es, mal war es gar nicht vorhanden. Dafür hatte der Kühlschrank eine Eismaschine, die von Leo eifrig genutzt wurde, der jedem eisgekühlte Getränke anbot. Auch hier blieben wir nur eine Nacht. Die nächste verbrachten wir Cardrona, im Cardrona Hotel, wo sogar schon Prince Harry zu Gast gewesen sein soll. Bevor wir dort allerdings ankamen, wurde eine Wanderung zu einem Gletschersee unternommen. Einziger Haken, es gab keine Gletscher! Weit und breit konnte ich keinen entdecken. Das Wasser war aber eindeutig milchiges Gletscherwasser. Sooft ich auch nachfragte, irgendwie verstand ich nicht wie das Wasser in den See gelangte. Alle erzählten irgendwas von Eiszeit und Steinzeit und Neuzeit. Schlau wurde ich da, wie gesagt, nicht draus. Interessanter war da schon die Sternwarte, die sich ebenfalls auf dem Hügel befand. In der Gegend soll es nämlich den schönsten Sternenhimmel ganz Neuseelands geben. MaPa, die ihn sich letzte Nacht angesehen hatten, meinten, dass der Himmel nichts besonderes wäre im Vergleich zu dem, den wir auf See in einer sternklaren Nacht erblickten. Dann kommt natürlich die Frage, warum man Sternwarten eigentlich nicht auf ein Schiff verlegen kann? Ich meine, es gibt ja auch riesige Kreuzfahrtschiffe, oder? Also ich finde, da könnte man ruhig mal der Wissenschaft zur Seite stehen. Am nächsten Morgen wurde ich auf unhöflichste Art früh geweckt. Ein gewisser Leo telefonierte direkt neben meinem Bett mit seinem besten Freund. Als ich ihn beim Frühstück zur Rede stellte, warum er Bitteschön morgens von Jan angerufen wurde, leugnete er alles und tat so, als hätte ich es mir im Halbschlaf eingebildet. Also wirklich! Erst von Mama erfuhr ich, dass dieses Telefonat nicht meiner frühmorgendlichen Fantasie entsprungen war und auch Leo gab zu, mit Jan telefoniert zu haben. Bloß habe er ihn angerufen und nicht umgekehrt, wie ich vermutet hatte. So eine Haarspalterei. Der Gerechtigkeit wegen muss hinzu gefügt werden, dass mein Bruder nicht der einzige war, der morgens früh telefonieren musste. Bei uns in Berlin hatte es irgendeinen Vorfall mit der Heizung und dem heißen Wasser gegeben und Papa musste das regeln. Dementsprechend müde war ich dann auch, als wir das erste Mal einen Blick auf Queenstown warfen. Allerdings wurde ich schnell wieder wach, als wir Central Otago erreichten, was ich sofort als Location in der Hobbit wieder erkannte. Doch trotz allen Versuchen mich an der Herr der Ringe zu erinnern, gelang es mir nicht, diese Ebene mit den Filmen in Verbindung zu bringen.

Die Nacht verbrachten wir in einem Bed and Breakfast, was von mir glatt fünf Sterne erhält, obwohl wir uns ein Bad mit einem fremden Pärchen teilen mussten. Der Grund? Leo und ich hatten unser eigenes Zimmer – keine störenden Telefonate in aller Frühe! – und das Internet funktionierte hervorragend ohne dass man extra hätte dafür bezahlen müssen. Ich erinnerte mich mit Sehnsucht an dieses Haus, da wir die nächsten zwei Nächte in einem Backpaker Hostel verbrachten, wo wir alle zu viert in einem kleinen Raum schliefen und das Internet mehr als launisch war. Wobei ich zugeben muss, dass die Lage und die Herberge als ganzes betrachtet wirklich schön waren. Und die Wanderung am nächsten Tag auch. An Fluss und See entlang. Ja, wirklich schön. Erholung von der Herberge gab es dann in einem Motel am See, wo Leo und ich zwar kein eigenes Zimmer, aber einen abgetrennten Bereich zur Verfügung hatten. Und das Internet funktionierte auch wieder. Zumindest einigermaßen. Doch die Liebe und die Atmosphäre, die die Herberge auch ohne Internet ansprechend gemacht hatten, fehlten. An dem Tag besuchten wir außerdem noch den berühmt berüchtigten Milford Sound. Obwohl es in einer Tour regnete, war der Weg dorthin beeindruckend. Sehr grün und überall gab es Wasserfälle. Auch erwähnenswert ist der one way Tunnel, der aus nicht behauenem Felsstein bestand. Wirklich eindrucksvoll. Der Milford Sound war dann aber eher unspektakulär. Ob das nun daran lag, dass alles in Nebel und Wolken lag und wir nass wurden oder daran, dass wir eine solche Landschaft schon aus den chilenischen Kanälen kannten, vermag ich nicht zu sagen.

Vielleicht lag es auch an den vielen Touristen. Apropos, wusstet ihr, dass es in Neuseeland übermäßig viele deutsche Touris gibt? An jeder Ecke hört man Deutsch. Das Railway Hotel, wo wir die nächste Nacht verbrachten, war dann auch super. MaPa hatten ein Bad, Leo und ich mussten das Bad auf dem Flur nutzen, wenn wir sie nicht stören wollten. Von Frühstück war nicht die Rede, wir aßen unseren eigenen Kram. Zu der Zeit wünschte ich mir sehr stark ein ganz normales, leckeres Frühstücksbuffet zu haben. Aber in diesem ‚Hotel‘ Fehlanzeige. Dafür gab es Internet. Ist alles eine Sache der Einstellung. Erwartet man viel, wird man enttäuscht. Erwartet man nichts, freut man sich über alles was man bekommt. Was sich auch in der nächsten Herberge wieder zeigte. Wieder schliefen wir zu viert in einem Raum, wobei diesmal Leo und ich jeweils ein eigenes Stockbett hatten. Die Gemeinschaftsküche war, Papas Meinung, relativ lieblos, die Toiletten und Duschen befanden sich auf dem Flur. Auch hier verbrachten wir zwei Nächte. Papa, und mit ihm auch Mama und Leo, hatten sich in den Kopf gesetzt eine Wanderung mit Übernachtung zu machen und während Mama und ich den ersten Tag recht faul verbrachten – sie lag im Bett und ruhte sich aus, ihre Blasenentzündung hatte sich wieder gemeldet und ich duschte – versuchten die Jungs Decken für die Wanderung zu besorgen, da es sowas in den Hütten wohl nicht gibt. Es war aber auch der perfekte Tag für eine Ruhepause, denn es regnete schon wieder. Was sich als ziemlich unpraktisch herausstellte… Es fing damit an, dass der Track wegen zu viel Wasser gesperrt war. Aber nein, aufgeben kommt nicht in Frage! Und außerdem sollte er um 11 an diesem Tag wieder geöffnet werden. Also warteten wir und ließen uns von den Sandfliegen zerstechen. Echt jetzt, die sind fast noch schlimmer als Mücken! Endlich kommt der Ranger und öffnet den Track. Mit dem Tipp, die Schuhe für die erste Flussüberquerung auszuziehen. Gesagt, getan. Der Weg ist an manchen Stellen schmal und manchmal steht er total unter Wasser. Alles in allem, Abenteuer! Allerdings ist es auch glitschig. Kein Wunder also, wenn Leo, der überschwängliche Wanderer, ausrutscht. Ich lief vor ihm und bekam daher hautnah mit, wie er auf einem Baumstamm ausglitt, einen Purzelbaum in der Luft machte, auf dem Arm landete und anfing zu schreien. Auf der Stelle war ich da und auch Papa half ihm auf. Leo schrie. Er wusste sofort, dass er sich den Arm gebrochen hatte, obwohl er unter Schock stand und weiß war wie das Bettlacken im vorletzten Hotel. Wir drehten also um und liefen zurück, ich stützte Leo, der gleich zwei Schokoriegel und Schmerztabletten bekommen hatte. Es kam mir ewig vor, bis wir endlich wieder in Fox Glacier waren, wo unsere Herberge und die nächste Krankenstation war. Dort mussten wir erst mal warten. Die Krankenschwester tauschte Mamas Schal, der als Schlinge hergehalten hatte, gegen eine professionelle Schlinge aus, empfahl uns gefrorene Erbsen zur Kühlung zu besorgen und schickte uns ins einzige Krankenhaus an der Westküste. In Greymouth. Dort ging es also als nächstes hin. Wir waren ruhiger und Leo hatte keine Schmerzen mehr, weil er noch mal stärkere Schmerztabletten bekommen hatte. Die ersten von vielen, die noch kommen würden. In Greymouth mussten wir wieder warten. Ganze vier Stunden. Irgendwann sind Papa und ich zu dem Backpacker gefahren, wo wir die Nacht verbringen würden, um einzuchecken. Als wir zurück kamen, war Leo’s Arm eingegipst und wir wurden weiter nach Christchurch geschickt, denn er musste operiert werden. MaPa entschieden, erst morgen früh nach Christchurch zu fahren, was dafür sorgte, dass wir am nächsten Tag um vier Uhr morgens aufstehen, frühstücken und losfahren mussten. Kein Wunder also, dass ich den ganzen Tag total in den Seilen hing. Im Krankenhaus in Christchurch haben wir wieder gewartet bevor Leo operiert wurde. Er bekam eine Vollnarkose und als er endlich wieder erwacht war, wir also zu ihm durften, lag er in einem dieser Krankenhausbetten, die man hoch und runter fahren kann und sah so aus, als wäre er am liebsten sofort wieder eingeschlafen. Er wurde in ein Einzelzimmer gebracht und – Tatsache – war schon auf dem Weg dorthin wieder eingeschlafen. Ich blieb den Nachmittag über da, während Mama ihm des Nachts Gesellschaft leistete. Papa und ich indessen schliefen in einem Appartementhaus. Leo und ich hatten dort ein eigenes Zimmer, auch wenn ich es die erste Nacht für mich hatte, da er ja im Krankenhaus übernachtete. Es war ganz dunkel und ich wurde nicht müde, mich darüber zu wundern, warum der Architekt nicht einfach noch ein Fenster dazu entworfen hatte. Am nächsten Tag beschloss Papa, dass Leo jetzt lang genug im Bett gelegen habe und da auch nur noch ein paar Papiere fehlten, wurde entschieden, dass wir später noch einmal wiederkommen und diese holen könnten. Während Mama im Appartement blieb, besuchte Papa mit uns das Kunstmuseum und wir gingen Eis essen. Nachher holten wir noch die Papiere und schon waren wir frei. Von mir wurde Leo von da an nur noch Dornröschen genannt, weil er so viel schlief.

Der Rückflug gestaltete sich als ziemlich einfach. Vor allem für Leo, der nichts tragen musste. Nachdem die Stewardess geprüft hatte, dass Leos Gips nur halb war, also nur die äußere Hälfte seines Armes bedeckte, durften wir als erstes ins Flugzeug. Dort bekam Leo noch zwei extra Kissen, um seinen Arm hochzulegen. Es war ein angenehmer Flug.

Geschrieben von Zoë 26 – 28 März 2018

Ein Sonntag am Wannsee auf Neuseeländisch

Waiheke Island liegt nur eine halbe Fährstunde von Aukland entfernt und ist ein beliebtes Ausflugsziel. Die reichen Neuseeländer haben hier ein schönes Wochenendhaus. Weingüter werden zu Höchstpreisen gehandelt. Die Restaurants sind gut und teuer. Man leiht sich keinen einfachen Scooter, sondern das italienische Oldtimermodell der Vespa. Die dazu passende Kleidung kann man in den Boutiquen am Ocean View Dr. kaufen. Das wussten wir bevor wir kamen. Wir waren trotz alledem überrascht wie voll die Ankerbucht dann am Wochenende tatsächlich wurde.

Als wir am Donnerstag am Abend ankamen, lagen in der Oneroa Bay rund 10 Yachten. Wir hatten schon Sorgen zu nah an unseren Nachbarn zu ankern und liessen nur 20 Meter Kette raus. Am Samstagabend hatte sich die Zahl der Yachten verzehnfacht! Wannseebedingungen 🙂
Und wir waren sicher die einzigen, die den Samstag arbeitend verbrachten. Thomas mal wieder in Backskiste. Die Kabel für die Aussenlautsprecher hatten einen Wackelkontakt. Ausserdem haben wir im Rahmen des Projekts „ eine leichtere Kalibu“ bei Trade Me, der neuseeländischen Version von Ebay, unsere Kurzwellenanlage verkauft. Diese musste nun demontiert werden. Birgit verbrachte den Tag in der Ankerkiste. Die Reserveankerkette, die wir in Buenos Aires nicht weggeworfenen hatten, in der Annahme wir würden sie in Patagonien oder in der Südsee brauchen, hat sich in einen grossen Klumpen rostenden Stahls verwandelt. Totes Gewicht. Etwa zehn Meter davon konnte Birgit mit Rostwandler wieder nutzbar machen. Der Rest muss entsorgt werden. Leonard hat uns einen sehr leckeren Beerenstreuselkuchen gebacken. Zoe wusch das viele Salz, das Kalibu sich bei der rapiden Überfahrt eingehandelt hat, von den Fenstern. Ausserdem beschäftigen wir uns schon seit Wochen mit unserem Kühlschrank. Ein nicht endendes Thema, das wohl jeden Fahrtensegler in der ein oder anderen Form bewegt. Der Einbau einer digitalen Temperatursteuerung nach einem Tip von Thomas von der Robusta verbesserte die Situation erstmal, aber der Kompressor ist einfach zu alt und der Kühlschrank ist nur mit 4cm Styropor gedämmt. Die neuseeländischen Fachleute sind jedenfalls der Meinung unser Kühlsystem kommt aus einem anderen Jahrhundert und gehört ins Museum, Greg sprach von „obsolet“…….

Einklarieren in Tonga

Zoë //// 21.9.2017 //// Um in Tonga einzuklarieren, legten wir an der Kaimauer des Hafens von Neiafu an. Es war neun Uhr dreißig und dort lag noch ein anderes, schwedisches Segelboot, das ausklarieren wollte, sowie eine grosse Fähre. An dem Ende, an dem wir anlegten, gab es vor der rauen Betonwand große schwarze Gummi-Rammschützer die das Manöver für uns unproblematisch machten. Der Schwede, der uns auch half festzumachen, erklärte Papa, dass die „Officers“ zu uns kommen würden. Tatsächlich, eine halbe Stunde später, Leo und ich machten gerade Mathe, klopfte dann auch schon der erste Mann an und kam an Bord. Er trug eine dunkle Faltenhose und ein Hemd über einem sehr beachtlichen Bauch und wollte wissen, ob wir alle gesund seien. Mama legte ihm unsere Impfpässe vor und er war zufrieden. Er wollte dann noch 100 Tonga Dollar – zwei Tonga Dollar sind ungefähr ein US Dollar – für diesen kurzen Besuch und stand schon wieder am Kai, als die nächsten beiden ankamen. Ein Mann und eine stattliche Frau, die beide so eine Art Röcke trugen. Sie waren für Quarantäne zuständig und wollten wissen, ob wir noch Obst und Gemüse an Bord hätten. Hatten wir nicht. Unsere letzten Orangen verarbeitete Mama früher am Morgen zu Orangenyoghurt fürs Frühstück. Außerdem nahmen sie unsere zwei Mülltüten mit, wofür wir 24 Tonga Dollar bezahlen mussten. Die Beiden hatten sich noch nicht verabschiedet, als ein dritter Mann eintraf. Immigration und Customs. Wenn ihr mich fragt, der war der Interessanteste. Er trug nämlich eine Bastmatte um die Hüften. Sonst war er ganz in schwarz gekleidet, auch mit Rock. Die Bastmatte betonte seinen erstaunlichen Umfang. Von ihm bekamen wir Zettel, die wir ausfüllen mussten. Solche Zettel bekommt man auch im Flugzeug, wenn man in ein anderes außereuropäisches Land fliegt. Papa als Käpten musste zusätzlich noch acht weitere Papiere ausfüllen. Und er wollte dafür zum Abschied eine Spende für die lokale Schule. 20 Tonga Dollar. Ob die wirklich dort in der Schule ankommen ???? Als dann alle weg waren, gingen MaPa noch mal kurz auf den Markt und dann legten wir ab in Richtung Ankerfeld, wo wir uns eine gelbe Mooringboje vom Beluga Dive Shop schnappten, noch ein kleines Pläuschchen mit einem Segler der uns beim Festmachen half, hielten und dann zu Mittag aßen. Neben uns liegt die Alumni, welch freudige Überraschung. Die haben wir das letzte Mal weit unten im Süden, in den chilenischen Kanälen getroffen, wo wir spät abends bei Ihnen längsseits gingen. Das ist lange her.

Maupiti: Motor kaputt?

Wir saßen gerade beim Matheunterricht, als es passierte. Bamm! Roarrr! Sofort springe ich auf und renne nach draußen. Das erste was ich sehe, ist das Dinghy. Es schwimmt falsch rum auf dem Wasser. Ich kann die weiße Schraube unseres neuen YAMAHA Außenborders sehen, die unheilverkündend in den Himmel ragt. „Papa!“ rufe ich entsetzt. Papa wollte nämlich an Land, zur Post fahren, um ins Internet zu gehen. Zum Glück ist ihm nichts passiert. Er schwimmt, seinen gelben Rucksack auf den Schultern, hinter dem Dinghy hervor. Und er braucht die Badeleiter. Sobald die drin war, steigt er aus dem Wasser, nimmt seinen Rucksack ab und leert seine Taschen. Ein paar Meter hinter dem umgekippten Dinghy sehe ich die Pinnenverlängerung. Sie treibt ab. Sofort ist Leo da und springt mit einem Satz ins Wasser, dem Stück Plastik hinterher. Wir versuchen das Dinghy wieder aufzurichten, was extrem schwer ist – nicht nur im übertragenen Sinn ; – ) – weil sowohl der Motor als auch Benzintank und Anker noch drin sind. Wir binden eine Leine an den linken äußeren Griff und Mama zieht vom Boot, Papa und Leo drücken vom Wasser. Und- Es klappt nicht. Erst als Sam und Margot von der SY Margot kommen und uns helfen, schaffen wir es das Dinghy wieder richtig herum zu drehen. Super nett von ihnen, finde ich. Nachdem Leo auch noch den Müll rettete, der ebenfalls beim knock-down abgetrieben war, verabschieden sie sich und Papa nimmt den Motor raus, um ihn sauber zu machen. Und tatsächlich: ein paar Stunden später braust unser Dinghy wieder durch die Bucht. Mal wieder gut gegangen : – ) ENDE Zoë 1.9.2017

Drei Versuche eine Moorinboje zu kriegen – Three attempts to get a mooring-buoy 

verfasst von Zoë 27.7.2017

Als ich gestern Morgen aufwachte, war Fakarava schon in Sicht, bzw. die Lichter von Fakarava, denn es war noch dunkel. Zwei Stunden später – um 7:00 Uhr – erreichten wir den Pass. Inzwischen war es hell geworden und Mama und Papa waren sich erst nicht sicher, ob wir ins Artoll reinfahren könnten. Wegen den Strömungen, die an diesen Stellen zu bestimmten Zeiten sehr stark sein können, was wir in Tahanea ( wo wir als letztes waren ) festgestellt hatten. Dort schnorchelten wir nämlich im Pass und ließen uns vom hereinströmenden Wasser treiben. 

Am Ende entschieden sich unser Skipper und unsere Co-Skipperin dafür, den Pass jetzt zu durchqueren. Also Schwimmwesten an und checken ob alle Luken zu sind. Sind sie, also kann es los gehen. Vorbei an Palmen und kleinen Eddies motorsegelten wir mit 3,5 Knoten über Grund gegen die bis zu 4 Knoten starke Strömung durch den Pass. Motor und Segel musste beide mithelfen, denn laut Mama und Papa hätten wir es sonst nicht geschafft. Drinnen war die Strömung fast noch stärker als draußen. 

Wir wollten an eine Mooringboje gehen. Ein richtiges Hafenkino. Hauptdarsteller: wir. Handlung: wir versuchen die Mooringboje zu kriegen und unsere Leine durch die Schlaufe zu fädeln. Und der Titel lautet dann „drei Versuche eine Mooringboje zu kriegen“. Alle, außer Papa und Mama, fanden es lustig. Aber die konnten später auch drüber lachen. 

Leo wurde als Held gefeiert. Er war nämlich dem Enterhaken hinterher gesprungen, den Mama loslassen musste. Leo springt andauernd irgendetwas hinterher. Auf den Gambiers war’s das Dingi, das von Papa nicht richtig am Boot befestigt wurde. 

Später, nach dem Mittagessen, gingen wir an Land und Schnorcheln. Unsere Tasche ließen wir bei der Tauchstation im Hotel. Es war ziemlich schön. Ja, die Korallen waren nicht wirklich bunt, aber die Fische! Die waren wirklich einmalig. Auch Haie haben wir gesehen. Kleine Schwarzspitzen-Riffhaie. Ich fand sie super aufregend. Leider sind sie immer weggeschwommen bevor man näher ran konnte. Es war richtig schade. Aber trotzdem, ein schöner erster Tag auf Fakarava! 

 

ENGLISH – When I got up yesterday morning, Fakarava was already in sight, resp. the lights of Fakarava, because it was still dark. Two hours later – at 7:00 o’clock – we reached the pass.

Meanwhile, the sun had risen and Mama and Papa weren’t sure if we could enter. This is because of the in- and outgoing current in the pass which can be very strong at these places at certain times. We experienced this in the pass of Tahanea, where we went snorkeling and used the current to drift back in the lagoon.

In the end our skipper and our co-skipper decided that we should enter the atoll anyway. So we put on our live jackets and checked if all hatches were closed. They were, now we could go. Past palms and small eddies we sailed through the pass with 3,5 knots over ground against a up to 4 knots strong outgoing current. The motor was running as well but according to Papa and Mama we wouldn’t have managed without the combination of sail and motor. Inside, in the lagoon, the current was even stronger than outside. Then we sailed to a mooring-buoy. A real „port cinema“. Main actors: we. Storyline: how one tries to get a mooring-buoy and thread a mooring-line through the loop. And the title would be „three attempts to get a mooring-buoy“. Everybody, except MaPa ( Mama and Papa ) thought this was really funny. But afterwards even they could laugh about it. And Leo was celebrated as a hero, because he jumped into the water after the boat hook, when Mama had to let go of it. Leo always jumps after something. On the Gambiers it was the dinghy which Papa did not fix properly on Kalibu. Later, after lunch, we went on land and then snorkeling. We left our bag in the dive station in the hotel and entered the water in the pass. It was quite beautiful. Yes, the corals weren’t that colorful any longer but the fishes! They were really unique. We also saw sharks. Small blacktip-reefsharks. I thought that was super exiting. Unfortunately they always swam away before you could get closer. This was a pity.  But anyway, a nice first day on Fakarava!

Perlenzucht im Gambier-Archipel

Am Montag fuhren wir mit dem Dingi zur Perlenfarm von Erik, die auf der Insel Totegegie liegt, waren aber zu früh dran. Der Weg über das vorgelagerte Riff war recht lang und wäre mit der Kalibu nicht möglich gewesen. Selbst mit unserem Dingi hatten wir es nicht ganz einfach uns durch das Riff zu bewegen. Im Dingi sassen zum Glück nur Papa, Mama und ich, was das manövrieren einfacher machte. Leo konnte nicht mitkommen. Er hatte sich am Tag davor beim Schnorcheln erkältet. Kurz nach uns kamen Hilda und Fritz von dem großen selbstgebauten babyblauen Katamaran Bella Ciao an. Sie kommen aus den Niederlanden, Holland genau genommen, und sprechen gut Deutsch.
Wir mussten nicht lange warten bis Erik, der Besitzer der Perlfarm mit dem wir tags zuvor eine Führung vereinbart hatten, zu uns kam. Eriks Familie wohnt seit zwei Generationen in Französisch Polynesien, kommt aber ursprünglich aus China. Er ist nett, hat drei super süsse kleine Hunde, mit denen ich am Strand spielte und er gibt sein Wissen über Perlen gerne weiter. So erfuhren wir zum Beispiel, dass die Farbe der Perlen davon abhängt, wo genau in der Muschel der Nukleus sitzt. Der Nukleus ist eine kleine Kugel, um die sich das Perlmutt anlagert. Und, dass es nur in den Gambiers so bunte Perlen gibt. Natürlich sind sie nicht knallbunt, sondern eher dezent gefärbt.
Die Führung dauerte gefühlte drei Stunden … zum Abschluss brachte uns Erik noch mit seinem Powerboot ein Stück raus auf die Lagune, damit wir sehen konnten, wo die Perlaustern „leben“ und wie sie gesäubert werden.
Verfasst von Zoe – 16.06.17

Perlenzucht im Gambier-Archipel

Perlen zu züchten klingt erst einmal ganz simpel: Man transplantiert in die Perlauster einen perfekt runden Nukleus, welcher aus einer Mississippi Muschel hergestellt wurde. Die Perlauster ist eine im Meer vorkommende Flügelmuschel-Art. Diese beginnen daraufhin den Fremdkörper in einen Sack einzuschliessen und in vielen mikro-feinen Schichten mit Perlmutt zu ummanteln. Nach etwa drei Jahren ist der Prozess abgeschlossen. Die Perlauster kann wieder geöffnet und eine Perle entnommen werden.
Jedoch wie so häufig liegt die Herausforderung im Detail, genauer genommen in den vielen Details.
Es fängt damit an, dass das Transplantieren eines Fremdkörpers einer kleinen Operation nahe kommt. Nicht allen Austern bekommt dieser Eingriff. Etwa 10-20 von 100 überleben den Schock nicht und weitere 30 stossen den Nukleus im Laufe der folgenden zwei Jahre ab. Wie hoch die Erfolgsaussichten sind, hängt vom Geschick des „Operateurs“, dem Grafter, ab und vielleicht auch etwas von der Methode, die angewendet wird. Wir haben zwei Perlenfarmen besucht. Eine benutzt Antibiotika, die andere taucht die Perlaustern vor der Operation eine Weile in wenige Grad kälteres Wasser, um sie zu betäuben. Perlaustern sind sehr temperaturempfindlich und schon bei Temperaturunterschieden von einem Grad reduzieren sie ihren Stoffwechsel erheblich.
Von den überlebenden Austern, produzieren nicht alle qualitativ hochwertige Perlen. Etwa 20% der geernteten Perlen sind Ausschuss. Es scheint so zu sein, dass manche Perlaustern gute Perlenproduzenten sind, andere sind ungeeignet. Die, die eine gute Ernte einbrachten, werden erneut mit einem Nukleus versehen und können in ihrem Leben insgesamt drei bis vier Perlen produzieren. Die anderen Perlaustern werden aussortiert.
Perlenzüchter sind daher darauf angewiesen permanent neue Perlaustern in die Produktion einzubringen. Hierfür werden lange, an Schwimmbojen hängende Seile, sogenannte „collectors“, im Korallen-Atoll in Bereichen, in denen eine ausreichend starke Tidenströmung für frisches sauberes Wasser sorgt, ausgebracht. An den „rauen“ Seilen sammeln sich dann junge heranwachsende Perlaustern an.
Erfahrene Perlenzüchter suchen die Austern bereits nach ihrer äusseren Erscheinung aus. An der unansehnlichen äusseren Hülle können sie ausmachen, welches Farbspektrum die Austern potentiell herstellen können. Je nachdem wo der Nukleus platziert wird, entstehen dann entweder silberne, hell- bis dunkelgraue, grüne, rötliche, champagnerfarbene oder auch blau-türkisfarbene Perlen. Die Gambiers sind weltweit berühmt für das große Farbenspektrum der hier produzierten Perlen.
Farbe und Glanz ist eines der wichtigsten Qualitätsmerkmale einer Perle. Die Farbe setzt sich aus der Grundfarbe und einem scheinbar darüber liegenden Schimmer zusammen. Durch die vielen Schichten von Perlmutt, es sind bis zu 1000, die die Auster um den Nukleus angelegt hat, wird das Licht in einer besonderen Art reflektiert und es entsteht der typische Perlglanz, auch Lüster genannt.
Weiterhin entscheidend für die Qualität der Perle sind natürlich Größe und Form. Die Größe der Gambier Perlen variiert zwischen 8 und 16 mm. Und der Preis geht mit zunehmendem Durchmesser exponentiell in die Höhe. Vergegenwärtigt man sich den Herstellungsprozess, macht das Sinn, denn es wird ja immer ein gleich großer Nukleus verwendet, was bedeutet, dass eine große Perle schlicht und ergreifend einen wesentlich dickeren Perlmuttmantel aufweist.
Um möglichst perfekte Perlen herzustellen, müssen die Perlaustern nach der Transplantation gehegt und gepflegt werden. Sie müssen zum Beispiel vor den vielen Fressfeinen geschützt werden, die es im Atoll auf das wohlschmeckende Fleisch abgesehen haben, und sie müssen in regelmässigen Abständen gereinigt werden. Traditionell bringen Apnoe-Taucher die Austern, die mit Kabelbindern an einem Kunststoffrost befestigt sind, alle zwei Monate zur Perlenfarm, wo sie gesäubert werden. Fortschrittliche Züchter lassen die Austern direkt vor Ort auf dem Motorboot reinigen. In beiden Fällen kommt ein simpler Hochdruckreiniger zum Einsatz.
Sicher gibt es noch viele weitere Details, die uns die zwei Besuche in Perlenfarmen nicht vermitteln konnten. Eindrücklich bleibt aber der immense Aufwand, den die Produktion von Salzwasser-Perlen mit sich bringt. In der Bevölkerung des Gambier-Archipels gibt es unterschiedliche Meinungen zur Zukunft der Perlfarmen. Nicht verwunderlich, die „Umweltschützer“ würden gerne die Anzahl der Lizenzen einfrieren. Andere sehen hierzu keine Veranlassung. Ganz im Gegenteil, sie möchten das Geschäft gerne ausweiten. Das wiederum finden wir recht kurzsichtig für Polynesien. Weil selbst für Ausstehende offensichtlich ist, dass der Markt und die Produktion überwiegend von Chinesen kontrolliert wird.

Die Gambiers

Die Gambiers. Wie lassen Sie sich beschreiben? Wunderbar windig? Das Paradies der harmlosen Haie? Oder doch lieber die exotische Fruchtabteilung im Supermarkt? Irgendwie würde alles passen. Obwohl ich die Letzte am besten finde, die exotische Fruchtabteilung im Supermarkt. Es stimmt wirklich! Pampelmusen ( die ich persönlich allerdings gerne große Zitronen nenne, weil sie genauso aussehen ) Papayas ( aus denen Mama einen leckeren Salat zaubern kann ), Bananen ( die immer zwei Tage bei uns auf der Badeplattform hängen bis sie dann alle auf einmal reif werden ), Kokosnüsse ( deren Saft genauso lecker schmeckt wie in Brasilien ), Limonen ( die man sowohl in einen Kuchen, als auch in’s Trinkwasser pressen kann ) und noch mehr. Von den meisten Früchten wusste ich nicht mal dass sie existieren, geschweige denn so lecker sind. Wobei Papa und Mama meinen, dass sie nur hier so schmecken. Bei den Bananen kann ich das eindeutig bestätigen. Allerdings ist auch Paradies der harmlosen Haie ziemlich gut. Paradies, eindeutig. Harmlose Haie, wer würde sich sonst ins Wasser trauen? Gleich beim ersten schnorcheln in Taravai – wunderschöne Insel und supernette Leute – konnte ich einen Hai beobachten, der so groß war wie Marianne von der YAO! Leo und Papa sahen beim Fischen mit Hervé noch mehr Haie. Doch nicht so große. Aber es lohnt sich wirklich hier zu Schnorcheln. Manchmal bin ich nur ein paar cm über den Korallen geschwommen! Die übrigens echt fantastisch sind. Papa und Mama haben sich nicht so weit in die Mitte getraut, aus Angst sich den Bauch an irgendetwas spitzem zu schneiden. Aber ganz sicher verpassen sie dadurch etwas. Es geht hoch und runter. Ich schwimme über eine flache Stelle und komme dann in etwas das man vielleicht als Tal bezeichnen könnte. Es ist echt wundervoll. Bunte Fische die einen beeindruckenden Kontrast zu den Korallen bilden in denen sie sich verstecken. Die Korallen selbst haben auch die unmöglichsten Farben. Von Blau über Orange und Rot wieder zu Braun-weiß. Manche sehen aus wie riesige Pilze. Ich freue mich schon aufs nächste mal Schnorcheln 😉 Ende Zoë 29.5.2017

 

Farewell to mainland Chile

Deutsche Übersetzung

Second time lucky! This time it should work out. Finally we will set sail and say farewell to the mainland of Chile. After we had almost been ready to leave at new years day, including everything one needs when planning to be on the ocean for 3 or more month – loads of food, petrol, drinking water, cooking gas … – today at the end of March we are still moored in Valdivia. What got in our way? We were forced to totally reorganize our business in Berlin. All but not funny. More about this later on.

After all this hassle in Berlin Kalibu has been in Chile for one year and one month, a long time. Needless to mention, we had a good time here. We like Chile very much. Dear Chilenos you have a great country!

The range of very varied, but always spectacular scenery, flora and fauna is truly unique. This is, of course, due to the extreme length of the country. As you know Chile extends from Antarctica to the Atacama Desert and from the ice-covered summits of the Andes to the tropical Easter Island in the Pacific. This alone is impressive.

And then there are the lovely people. We will surely miss the composed, unagitated, lovable and almost always helpful manner of the Chileans.

Is there something we did not like? Yes, I remember, the children miss mozzarella (if anyone here should contradict, sorry, what is sold in the Chilean supermarkets as Mozarella, is a joke and every real Italian will cry bitterly when he sees it). Mascarpone would also be nice to have, for a delicious Tiramisu. But surely there will soon be a resourceful business man or woman among the Italian immigrants who will be tackling this.

Something else? Yes, there are the Salmoneras and the consequent pollution of the Pacific. Anything but nice, but compared to the amounts of plastics that are washed in the oceans in Asia every day, it is barely worth mentioning. And a change of attitudes is visible, at least in Valdivia.

Finally there is the language. Lo siento mucho, dear Chilenos, we have not managed to learn Spanish properly. Ashes on our head! For too long we were traveling on the lonely canales where we have not encountered any human soul. Then in Puerto Montt the international sailing community spoke mainly English. Reading Spanish turned out to be not so difficult, but speaking the language is just another thing.

Te vamos a extrañar. We say good-bye with a few more impressions from this beautiful country.

See also Best of 2016

 

Best of 2016

This is a short summery – the best of so to say – of our year 2016 and hopefully a compensation for neglecting our travel-blog lately. This was due to the many things to be done before „conquering“ the unbelievably vast Pacific which is our plan for 2017.
In 2016 the  Beagle Channel with its magnificient  glaciers and the innumerable maze-like canales of Antarctica have bewitched us; not to forget the Isla de los Estados ( Staateninsel ). We often cursed to hell when a fresh wind blew from the front, when it was raining cats and dogs, when our feet were freezing cold and the condensation water dripped from the ceiling of Kalibu, still we would always do it again exactly the same way.
After that  we spent a beautiful summer back in Berlin.
Unfortunately we could not visit Peru with our boat Kalibu. The immigration and clearing in formalities for sailers are too complicated and, above all, extremely expensive. That is why we left Kalibu in the safe custody of the Club Nautico in Puerto Montt and visited Bolivia and Peru by land. There were many impressive building complexes of old cultures and the most remarkable landscapes of the Andes to discover. The Altiplano and Lake Titicaca were literally breathtaking – very high indeed.
Back in Puerto Montt which almost had become a second home we enjoyed a sociable time with our sailor friends of  YAO, Caramor, Robusta, and the nice crew of the Club Nautico Reloncavi.

We hope that you too are looking back on a great eventful year and we wish you a most wonderful time.
With love from Zoe, Birgit, Leonard, Thomas