Von ehemals stolzen Handelshäfen in traurigem Zustand – Massawa

März 2019 //// Weiter geht es für uns entlang der grossen Handelsrouten, ab jetzt im Roten Meer. Heute fahren die Supercontainerschiffe natürlich non-stopp vom Sueskanal durch bis zum Indischen Ozean und dann zu den individuellen Zielen. In der Geschichte jedoch lagen auf dem Weg, ebenso wie in der Strasse von Malakka, einige wichtige Handelshäfen.

In Eritrea ist dies Massawa (auch Massaua oder Mitsiwa genannt, das wir am 5.3.19 erreichen), ein strategisch wichtiger und bis in die Neuzeit umkämpfter Hafen. Dieser war lange Zeit der größte und sicherste Hafen im Roten Meer. Nur, im Gegensatz zu den sehr gut erhaltenen Altstädten in Galle, Malakka und anderswo, bietet die Altstadt ein trauriges Bild. Viele Häuser verfallen langsam aber sicher, andere sind nur noch ein Trümmerhaufen und nur wenige wurden Instand gehalten. Das ist um so erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass die Mehrheit der Häuser noch bewohnt ist, irgendwie, wahrscheinlich ohne Küche und sanitäre Anlagen, denn die Frauen kochen auf Holzfeuern in den Strassen.

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Die rote Erde von Afrika

15.03.2019 – ein weiterer Nachtrag aus dem Roten Meer:: Kalibu ist so salzig wie eine Saline und so rotbraun wie die Erde von Afrika – wir treffen beim Inselhopping alte Freunde wieder

28.2.2019 //// Ein erster Blick auf die Küste von Afrika. Viel rotbrauner Sand und ein paar wenigen Baumwipfeln, die die gleiche Farbe zu haben scheinen. Selbst das Wasser ist eher braun als blau.
Gestern fiel der Anker nach der rapiden Winddrehung von Süd auf Nord in pechschwarzer Nacht. Wir konnten nur die Brandung des nahen Riffs hören, aber nichts von der Insel selbst sehen. Die See war sogar auf dem Ankerplatz noch sehr bewegt. Unser Anker slippte, wir steckten mehr Kette. Und unseren Herd, der die 40 Knoten überlebte, schwang dermassen stark hin und her, dass der Griff der Ofentür zertrümmert wurde. Ladoga ankerte um und ist nun dicht neben uns.

Unser erster Eindruck von Afrika, wenig Grün und viel Sand und Salz
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Im Roten Meer angekommen 28.2.2019

21 Tage auf See plus zwei kurze Stopps – auf den Malediven und auf Socotra im Yemen – und wir sind glücklich im Roten Meer angekommen. Der Indische Ozean liegt in unserem Fahrwasser, ebenso der Golf von Aden sowie die Meerenge von Bab el Mandeb. Wir segelten zwischen Schwärmen von Supercontainerschiffen, die sich auf dieser geschäftigen Schifffahrtsroute von und nach Asien bewegen und wurden virtuell begleitet von den netten „watchkeepern“ in Grossbritannien. Wir ankern nun vor der Küste von Eritrea und sind damit wieder in Afrika angekommen. Vor uns liegen noch viele staubige Meilen auf holprigem Amwindkurs gegen den vorherrschenden Nordwind. Schon nach der ersten Nacht vor Anker nahm Kalibu die rotbraune Farbe von Afrika an.

871 Meilen durch den Golf von Aden und das Tor der Tränen

21.02.2019 //// Wenn das Adrenalin hoch geht und man danach quasi mit Düsenantrieb durch das „Tor der Tränen“ gespült wird.

Nach dem „Golf der Schmerzen“ (Golfo de Penas, Chile) nun das „Tor der Tränen“ (Bab al-Mandab). Für beide gilt, der Name ist Programm.
Der Golfo de Penas ist nach Westen offen für die Stürme des Südpazifiks und hat sicher vielen Seefahrern, Fischern und deren Familien Schmerzen bereitet. Bab al-Mandab, die nur 15 Meilen breite Meerenge, die Afrika von Asien trennt und den Übergang vom Golf von Aden in das Rote Meer bildet, verdankt den Namen sicher mehr als einem Grund. Womöglich war dort die Piratenaktivität schon immer hoch, da die stark befahrene Schifffahrtsroute von und nach Asien hierdurch führt und wertvolle Fracht in Massen zu ergattern war und ist. Hinzu kommt die geografische Lage im Süden des Roten Meeres, das rund 1.000 Meilen lang, von Wüsten und Gebirgen umgeben und kaum Süsswasserzuflüsse aufweist. Aufgrund des Venturieffektes fegt der Wind gerne in Sturmstärke Richtung Norden durch diese Meerenge, die zu allem Überfluss noch mit kleinen Inselchen und Riffen gespickt ist. Zum Glück steht der Wind im Winter selten gegen die Strömung, die ebenfalls meist nach Nord setzt. Schwach motorisierte Schiffe, wie es Segelschiffe in der Regel sind, hatten und haben wenig Freunde, wenn sie zu dieser Jahreszeit von Nord nach Süd wollen.

Am Horizont sieht man die Handelschiffe wie Perlen auf einer Kette vorbeiziehen

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