Von der Hunga Lagoon zur Ha’apai Group

Nach zwei entspannten Tagen in der wunderschön gelegenen Hunga Lagune, im Westen der Vava’u Inselgruppe, machen wir uns gegen 17:00 Uhr auf den Weg zur nur knapp 70 Meilen entfernten Ha’apai Group, der mittleren Inselgruppe Tongas. Die soll es „in sich haben“, wird in Seglerkreisen berichtet. Viele verstreute Riffe und überwiegend flache mit Kokospalmen bewachsene Koralleninseln. Im Reiseführer lesen wir, hier gibt es das seltene und mysteriöse Phänomen einer Insel, die mal da ist und dann wieder nicht. Fonuafo’ou wurde 1885 mit 50 Metern Höhe und 2 km Länge vermessen. 1894 war nichts mehr davon zu sehen, jedoch nur kurz, denn 2 Jahre später erschien sie wieder mit beachtlichen 320 Metern Höhe. So ging das Kommen und Gehen weiter und da die Insel Teil eines aktiven Unterwasservulkans ist,  ist kein Ende absehbar. Damit nicht genug eine weitere neue Insel wurde 2015 etwa 65 Kilometer nordwestlich von Tongatafu gesichtet. Ihr wurde nach der Erfahrung mit Fonuafo’ou noch kein offizieller Name gegeben. In Seekarten ist sie nicht verzeichnet! Kann ja sein, dass sie wieder verschwindet 😉

Also Vorsicht ist geboten und genau aus diesem Grunde wollen wir nicht abends oder womöglich nachts ankommen. Sondern wir segeln nachts, um morgens in dem Hauptort Pangai anzukommen. Kaum sind wir draussen aus der Hunga Lagune, stellen wir aber fest, wir sind viel zu schnell. Kalibu rauscht auf einem Amwindkurs mit 6.5 Knoten durch die Wellen und wird noch weiter durch einen starken mitlaufenden Strom beschleunigt. Wir rollen also die Yankee rein und setzen das Kuttersegel. Das ändert wenig an der Geschwindigkeit, also reffen wir zusätzlich noch ein Stück vom Grosssegel. Nun wird die Fahrt gegen Wind und Welle aber so holprig, dass alle an unterschiedlichen Symptomen der Seekrankheit leiden. Leonard und ich legen uns schnell schlafen, Zoe muss sich übergeben und selbst unser Skipper nimmt ausnahmsweise mal eine Tablette.

Gegen 4:30 Uhr ist das erste Leuchtfeuer zu sehen und bald kann man auf dem Radar das nördliche Riff der  Insel Ha’ano erkennen. Es sieht so aus, als ob wir direkt drauf zu segeln. Wir fallen ab. Eine halbe Stunde später steuern wir bei gleichem Kurs auf das nächste viel weiter westlich gelegene Riff Luahoko zu. Wir versuchen anzuluven. Ohne Effekt auf den wahren Kurs. Offensichtlich versetzt uns eine Ost-West Strömung kurz vor der Ha’apai Gruppe derart stark nach West, dass wir schon überlegen, ob wir am Ende wohl noch kreuzen müssen. Das bleibt uns dann aber doch erspart. Sobald Kalibu neben dem ersten Riff ist, können wir aufatmen und bequem unser eigentliches Ziel, den Hauptort Pangai, wieder anlegen. Dort kommen wir „planmässig“ kurz nach Sonnenaufgang an. Die Annäherung ist einfach, weil ordentlich mit Seezeichen markiert 🙂

Ein kurzes Schläfchen und eine Mathestunde gönnen wir uns noch, bevor wir zum Einklarieren aufbrechen. Auch wenn Pangai alles andere als gross ist, ist uns nicht klar, wo wir hin müssen. Wir fragen die „locals“. Die sind irgendwie irritiert oder amüsiert ?? wissen jedenfalls nicht wo sie uns „Palangi“ hinschicken sollen. Dabei ist Tonga einer der beiden beliebtesten Ausgangspunkte für Südseesegler, die nach Neuseeland wollen, d.h. hier versammeln sich um diese Jahreszeit viele Boote. Offensichtlich sind es dann aber doch nicht so viele. Im Mariner’s Café, das einzige Café im Ort, wird ein Gästebuch für Segler geführt. Pro Jahr sind es so um die 100 bis 150, mal mehr mal weniger … alles in allem überschaubar. Wir stöbern im Gästebuch und finden natürlich ein paar bekannte Namen.

Nicht zu vergessen, genau hier ereignete sich die Meuterei auf der Bounty. Im Jahre 1789 legte Kapitän Bligh,  genauso wie auch 1777 James Cook, auf der Insel Nomua einen Zwischenstopp ein, um Proviant und Wasser zu bunkern. Es kam zu einem Streit an Bord der Bounty, weil die Tongaer ein sehr anderes Verständnis von Eigentum haben, als die Europäer, der im Nachgang auf der nahe gelegenen Insel Tofua am 28. April zur offenen Meuterei und Aussetzung von Bligh führte. 1790 landeten die Meuterer auf der Insel Pitcairn. Die Bounty wurde versenkt.

Noch am gleichen Nachmittag heben wir den Anker und segeln weiter nach Süden, zur nächsten Insel Uoleva, ein echtes Südsee Idyll! Hier bleiben wir ein paar Tage und treffen den Koch Steve wieder, den wir auf der Infinity kennengelernt haben. Und, wie nicht anders zu erwarten, er hilft im Eco-Resort, ein kleines Gästehaus, ein bisschen aus. So kommen wir in den Genuss eines „Tongan Feast“ von einem Tongaer (der war für das Spanferkel zuständig), einem Neuseeländer und einer Brasilianerin zubereitet 😉 – sehr lecker!

Doch schon am gleichen Abend zeichnet sich eine Wetteränderung ab. Es beginnt zu regnen und es gewittert ordentlich. Keine Besserung in Aussicht. Wir verlegen uns am nächsten Tag zurück zum Hauptort und überlegen unseren Aufenthalt in Tonga kurz zu halten. Das nächste Wetterfenster, das sich auftut um nach Neuseeland zu segeln, wollen wir ausnutzen. Immerhin sind wir schon seit zwei Wochen mit Putzen und Aussortieren beschäftigt. Unsere blinden Passagiere haben uns mit Ausnahme einer Krabbe, die beharrlich in einem Abflussventil der Plicht sitzt, verlassen. Das Rigg ist in Ordnung. Kalibu ist bereit für die wechselhaften Westwinde. Nur die Heizung haben wir noch nicht getestet. Das muss bis Neuseeland warten.

Tonga, das Land der Flughunde und Bastmatten

In Tonga findet zur Zeit das „Vava’u Blue Water Festival“ statt, das offensichtlich von den grossen Marinas und Werftbetrieben in Nord-Neuseeland organisiert und gesponsert wurde. Sogar ein paar Grenzbeamte waren da, die die komplizierten neuseeländischen Einreiseformalitäten erläuterten und Fragen beantworteten. Es drängt sich der Eindruck auf, die haben es für die Segler so bürokratisch und kompliziert gemacht, dass den Betrieben rund um den Wassersport die Kundschaft wegblieb und jetzt müssen sie gegen ihr negatives Image ankämpfen. Viele Anforderungen kennen wir ja schon aus Chile, kein Obst und Gemüse, kein Fleisch, keine Milchprodukte, kein Honig, keine Samen, etc. … aber in Neuseeland wird auch das ganze Schiff genauestens inspiziert. Das Unterwasserschiff muss picobello sauber sein und es dürfen sich keine blinden Passagiere an Bord befinden, auch nicht, wenn sie schon tot sind. Unser blinder Passagier, ein kleiner Tropenfisch, der sich in Hao in unserem Ruderblatt einnistete und der uns seither begleitete – das sind mehrere tausend Meilen! – hat uns kürzlich in Port Maurello verlassen. Wir hoffen, er hat sich zu seinen Artgenossen, die dort in Massen rumschwammen, gesellt. Ich hatte eh in letzter Zeit den Eindruck, er blickte mich etwas einsam an, wenn ich über die Badeleiter aus dem Wasser stieg. Aber kaum war der Fisch weg, fand ich eine grosse rote Ameise zwischen unseren Büchern. Alarm! Womöglich eine rote Killerameise, wie kommt die an Bord? Und haben sich womöglich noch weitere Genossen zu uns geflüchtet? Dies würde ein Einreiseverbot für Neuseeland nach sich ziehen. Zum Glück haben wir noch etwas Zeit zum Suchen, Putzen und Ausmisten, denn es müssen alle Federn, alle Korallen, Knochen und viele andere Fundstücke unserer langen Reise ausgemistet werden. Wie Schade.


Vava’u ist für die Neuseeländer das was das Mittelmeer für die Europäer ist, ein tolles Segelrevier mit warmem Wasser, in dem viele „Kiwis“ die kalten Wintermonate verbringen. Die Ankerbuchten sind entsprechend voll. Wir müssen uns jedenfalls noch an den Andrang gewöhnen. Das gilt auch für die Restaurants und Bars in Neiafu, die im übrigen fast alle von Neuseeländern betrieben werden.
Der größten touristischen Attraktion Tongas, das Schwimmen mit den Walen, können wir allerdings nichts abgewinnen. Jeden Tag fahren schwer motorisierte Boote raus aufs Meer, um die hier kalbenden Walmütter und ihre Babys zu verfolgen. Angeblich dürfen dies nur ausgebildete Führer machen, die die Tiere nicht in ihrem Lebensumfeld stören. Wer’s glaubt wird selig. Als wir in Port Maurello ankerten kam ein Walbaby ganz dicht an unsere Kalibu heran und schwamm auch die anderen Boote ab. Wir hatten den Eindruck, es war auf der Suche. Nirgends konnten wir einen zweiten Wal entdecken, also auch keine Mutter. Mögliche Horror-Szenarien in denen motorisierte Speedboote vorkommen, drängen sich auf. Alles nur Spekulation … Wir erfreuen uns stattdessen an unseren aufblasbaren Kajaks, die wir intensiv nutzen, beobachten Singvögel, Schmetterlinge und putzige Flughunde und lauschen den Zikaden am Abend. Nach der langen Zeit in den extrem artenarmen Atollen französisch Polynesien ist dies eine willkommene Abwechslung.

Die Bewohner der „Friendly Islands“ sind häufig sehr arm, extrem konservativ und durchweg gläubig. Ersteres bringt die parlamentarische Monarchie wohl so mit sich. Zweites wurde den Menschen von den Missionaren eingetrichtert. Den Sonntag verbringt man in der Kirche und mit der Familie. Baden und Arbeiten sind verboten. Die Tongaer tragen gerne die schon erwähnten Bastmatten um ihren Bauch über einem gewickelten Rock, Männer wie Frauen. Auch der König macht da keine Ausnahme.
In Port Maurello treffen wir die Segelyacht Infinity Expedition, die dem Deutschen Clemens gehört und zur Zeit von dem Neuseeländer Craig für seine Floating Foundation gechartert wird. Nächstes Ziel der SY Infinity ist die Arktis.
http://infinityexpedition.org/
Viele Freiwillige haben sich dort, bei der Floating Foundation, mit hehren Zielen zusammengefunden, den Status der Mikroplastik-Verseuchung rund um Tonga zu erforschen und die ländliche Gesundheitsversorgung zu unterstützen. Es wird viel und hart gearbeitet, aber der Spass bei der Sache kommt auch nicht zu kurz, haben wir festgestellt. Craig entpuppte sich bei der abendlichen Talentshow als echter Comedystar.
http://www.floatingfoundation.net/
Zoe und Leonard haben ihre Freude an Clemens, der mit immer neuen wunderbar aufwendig und etwas altmodisch gedruckten Büchern aus seiner Jugendzeit ankommt. Womöglich gewinnt man damit die Herzen der zukünftigen Volunteers 😉

Hier noch der link zu der Webseite des Künstlers Jeremy McKane, der die Wale vor Vauva’u beobachtet und fotografiert hat:  lucidproject.org  oder auf facebook-underwaterfashion

 

Einklarieren in Tonga

Zoë //// 21.9.2017 //// Um in Tonga einzuklarieren, legten wir an der Kaimauer des Hafens von Neiafu an. Es war neun Uhr dreißig und dort lag noch ein anderes, schwedisches Segelboot, das ausklarieren wollte, sowie eine grosse Fähre. An dem Ende, an dem wir anlegten, gab es vor der rauen Betonwand große schwarze Gummi-Rammschützer die das Manöver für uns unproblematisch machten. Der Schwede, der uns auch half festzumachen, erklärte Papa, dass die „Officers“ zu uns kommen würden. Tatsächlich, eine halbe Stunde später, Leo und ich machten gerade Mathe, klopfte dann auch schon der erste Mann an und kam an Bord. Er trug eine dunkle Faltenhose und ein Hemd über einem sehr beachtlichen Bauch und wollte wissen, ob wir alle gesund seien. Mama legte ihm unsere Impfpässe vor und er war zufrieden. Er wollte dann noch 100 Tonga Dollar – zwei Tonga Dollar sind ungefähr ein US Dollar – für diesen kurzen Besuch und stand schon wieder am Kai, als die nächsten beiden ankamen. Ein Mann und eine stattliche Frau, die beide so eine Art Röcke trugen. Sie waren für Quarantäne zuständig und wollten wissen, ob wir noch Obst und Gemüse an Bord hätten. Hatten wir nicht. Unsere letzten Orangen verarbeitete Mama früher am Morgen zu Orangenyoghurt fürs Frühstück. Außerdem nahmen sie unsere zwei Mülltüten mit, wofür wir 24 Tonga Dollar bezahlen mussten. Die Beiden hatten sich noch nicht verabschiedet, als ein dritter Mann eintraf. Immigration und Customs. Wenn ihr mich fragt, der war der Interessanteste. Er trug nämlich eine Bastmatte um die Hüften. Sonst war er ganz in schwarz gekleidet, auch mit Rock. Die Bastmatte betonte seinen erstaunlichen Umfang. Von ihm bekamen wir Zettel, die wir ausfüllen mussten. Solche Zettel bekommt man auch im Flugzeug, wenn man in ein anderes außereuropäisches Land fliegt. Papa als Käpten musste zusätzlich noch acht weitere Papiere ausfüllen. Und er wollte dafür zum Abschied eine Spende für die lokale Schule. 20 Tonga Dollar. Ob die wirklich dort in der Schule ankommen ???? Als dann alle weg waren, gingen MaPa noch mal kurz auf den Markt und dann legten wir ab in Richtung Ankerfeld, wo wir uns eine gelbe Mooringboje vom Beluga Dive Shop schnappten, noch ein kleines Pläuschchen mit einem Segler der uns beim Festmachen half, hielten und dann zu Mittag aßen. Neben uns liegt die Alumni, welch freudige Überraschung. Die haben wir das letzte Mal weit unten im Süden, in den chilenischen Kanälen getroffen, wo wir spät abends bei Ihnen längsseits gingen. Das ist lange her.

Landfall in Tonga

21.09.2017 – 09:30 UTC+12 //// Landfall in Tonga //// S 18°39.58′ – W 173°59.01′ //// 1175 nm in 10 Segeltagen – mit dem Sonnenaufgang  sind wir in den von J. Cook als „Friendly Islands“ benannten Inseln der Monarchie Tonga angekommen. Zur grossen Freude von Zoë und Thomas springt ein Wal vor der Nordküste von Vava’u komplett aus dem Wasser, als ob er uns begrüssen wollte. Wie vorgeschrieben legen wir gleich am kommerziellen Dock von Neiafu an, mit gelber Quarantäneflagge gesetzt. Es dauert nicht lange und die ersten Offiziellen erscheinen – Health, Quarantine, Customs, Immigration …. Die Einklarierungsformalitäten erinnern uns etwas an Afrika. Wir bekommen ein paar Stempel, sie ein paar Geldscheine. Anstatt Wechselgeld holen sie uns ein paar frische Tomaten vom Markt 🙂 Wir sind schwer beeindruckt.

On our way to Tonga

20.09.2017 – 02:00 UTC+13 //// day 8 on our way to Tonga //// S 18°24.52′ – W 171°51.07′ //// 120 nm to Vava’u Group Tonga

What a difference – UTC+13 – instead of a minus there is a plus and we „lost“ one day in our calendar while sailing westwards. It is well known that Phileas Fogg owed his victory to this phenomenon in the novel „Around the world in 80 days“. He crossed the international date line in the other direction, coming from the east and winning the decisive day. //// We are sailing very slow again, Beaufort 3 from the South, i.e. we sail with 3-5 knots close-hauled course towards the west under a beautiful starry sky. After the continual „rolling“ movements of Kalibu in the past days, this is a welcomed change. Yesterday we gave Kalibu a sweet water shower, I baked a fresh bread and we are looing forward to arrive in Tonga, the country with the world’s fattest King 😉

////////  GERMAN //// ////  Plötzlich steht da ein Plus bei der Angabe der Zeit ( UTC+13 ) und kein Minus mehr. Wir haben einen Tag in unserem Kalender übersprungen und sind nun im Land der aufgehenden und nicht mehr der untergehenden Sonne. Bekanntlich verdankte Phileas Fogg diesem Phänomen in dem Roman „Reise um die Erde In 80 Tagen“ den Triumph gegenüber seinen Wettpartnern. Er überschritt die Datumsgrenze in der anderen Richtung, also von Osten kommend und gewann damit den entscheidenden Tag. //// Wir sind wieder sehr langsam unterwegs; Beaufort 3 aus Süd, d.h. wir segeln mit 3-5 Knoten am Wind Richtung West unter einem wunderschönen Sternenhimmel. Nach den vielen „rollenden“ Bewegungen des Schiffes in den vergangenen Tagen ist das eine willkommene Abwechslung. Kalibu wurde gestern von einer dicken Salzkruste befreit, ich habe frisches Brot gebacken und wir freuen uns auf Tonga, das Land mit dem dicksten König der Welt 😉

16.09.2017 – 15:00 UTC-10 //// day 6 on our way to Tonga //// S 17°59.20′ – W 166°57.64′ //// 175 nm to Niue

We are getting faster. The light easterly winds which we had at the beginning of this trip turned to E-S-E and increased considerably. Thus our last etmal (nautical day) was 156 nm. Consequently the seas turned rough and these waves were not welcomed by the crew on board. Now the depression has passed and the wind decreases again. We are discussing our options. Possibly we will stop in Niue and proceed to Tonga later on next week?? //// Otherwise there is not much to talk about. We have finished the really big Wahoo. A cargo vessel from Kiribati crossed our course a bit to close for my taste. The warning signal of our AIS was sounding alarmingly, I considered an evasion maneuver, just in that moment the vessel adjusted its course. What on earth was this vessel doing on our course to the west anyway? Kiribati is much further north after all. Possibly the personnel on the bridge just wanted to check which flag we are running … 

////////  GERMAN //// //// Wir steigern uns 😉 die anfänglich eher schwachen Winde aus Ost frischten die letzten beiden Tage auf – in Böen bis 30 Knoten – drehte auf Ost-Süd-Ost und bescherte uns ein ganz ordentliches Etmal von 156 nm. Mit entsprechend rauem Seegang wohlgemerkt, der für wenig Freude an Bord sorgte. Nun ist das Tief durch und der Wind nimmt wieder stetig ab. Wir diskutieren ob wir weiter vor uns her dümpeln Richtung Tonga oder noch einen Stopp in Niue einlegen ?? //// Ansonsten gibt es wenig zu berichten. Der wirklich riesige Wahoo ist aufgegessen. Ein Frachter aus Kiribati kam uns ungemütlich nahe. Das AIS tutete sein Warnsignal vor sich hin, ich dachte über mögliche Ausweichmanöver nach, doch dann änderte er seinen Kurs. Was machte der überhaupt auf unserem Kurs, frage ich mich. Kiribati liegt schliesslich viel weiter im Norden. Womöglich war denen auf der Brücke langweilig und sie wollten rausfinden unter welcher Flagge wir segeln …

Slow Sailing

Verfasst von Leonard //// 12.09.2017 – 18:00 local time //// Position: S 17° 02.001′ //// W 158° 57.489′

Jetzt sind wir auf dem Weg nach Tonga, vielleicht mit Zwischenstopp in Niue. Das ist die Insel mit den Roten Bananen. Wer noch nie etwas von der Roten Banana gehört hat, hier eine kurz Info: Als Cook in Niue anlandete, stürmten ein paar menschenfressende Einheimische aus dem Wald, mit vor Blut tropfenden Zähnen. So dachte zumindest der große Entdecker und verließ fluchtartig die Insel. In Wahrheit hatten diese einfach davor die dort beheimatete Rote Banane gegessen, so vermuten die Historiker heute.

Die Fahrt nach Tonga dauert ungefähr 10 Tage, wir segeln vor dem Wind, mit Schmetterlinsstellung der Segel und 5-9 kn Wind aus E-SE. Insgesamt machen wir 4-5 ktn über Grund. Gestern haben wir einen Wahoo gefangen, er brachte 5 kg auf die Wage und war 1,10 m lang. Heute mittag haben wir einen Teil dann zu Fischspießen mit, von mir selbst gemachten Ciabatta und Schinken verarbeitet. Eigentlich wollte ich ja auch noch Wassereis oder Yoghurteis machen, hier war es in den letzten Tagen sehr heiß, aber da der Autopilot so viel Strom verbraucht, dass der Kühlschrank nicht friert, ist dieses Unterfangen zwecklos. 🙁

Ansonsten wird gelesen, gelesen und Wache geschoben. Ach ja ich hab in unserer Bibliothek die Asterix-Comics entdeckt, Teil 1-34 und Zusatzteile wie „Als Obelix in den Kessel fiel“. 🙂 Nur leider alle auf Englisch 🙁 ich lese sie trotzdem.

Thomas mit Wahoo

//////// ENGLISCH //////// Now we are on our way to Tonga, perhaps with a stop at Niue. This is the island with the red bananas. If you never heard anything about the red banana, here’s a short info: When Cook came to Niue, a few locals run out of the forest, with teeth full of blood. So the great explorer thought they were cannibals and left the island quickly. In reality they only ate the red banana before, according to the historians.

For the way to Tonga we need approximately 10 days, we are sailing before the wind, with butterfly sails and 5-9 kn wind from E-SE. We make 4-5 kn over ground. Yesterday we fished a Wahoo, he was 5 kg and had a size of 1,10 m. Today at lunch, I made fish sticks with self baked Ciabatta and smoked ham with some of the Wahoo. I also wanted to make ice pop or yoghurt ice cream, in the last days it was really hot here, but the autopilot needs so much energy that the refrigerator can not freeze, so, making ice cream is not possible. 🙁 Apart from that, we are reading, reading and have our watches. By the way I found, in our library, the Asterix-comics, part 1-34 and extra parts like „How Obelix fell into the magic potion when he was a little boy“. 🙂 But all in English :-(, still I read them.

Auf der Suche nach der SMS Seeadler

06.09.2017 //// Nun hält uns nichts mehr hier im Maupiti Atoll, Wind und Welle sind moderat und seit gestern fahren die Fischer wieder raus aufs Meer. Also verabschieden wir uns von den drei Yachten, die hier sind, zwei deutsche Schiffe und die Mouss. Alle bleiben diese Saison in Französisch Polynesien, aber wir wollen ja noch viel weiter nach Westen. Wie erwartet rasen wir durch den Pass, werden von der Strömung im Nu raus gespült. Anfangs können wir auch noch ganz leidlich segeln, aber bald schwächelt der Wind und am nächsten Morgen bleibt uns nichts anderes übrig, als die „Dieselgenua“ zu hissen. Mit Blick auf die Wetteraussichten, die keine Besserung versprechen, entscheiden wir uns dann im nur 85 Meilen süd-westlich von Maupiti liegenden Mopelia Atoll noch einen letzten Stop einzulegen, bevor wir Französisch Polynesien verlassen.
Immerhin war Mopelia ja mal ganz kurz eine Deutsche Kolonie 😉 oder sagen wir mal so, der gute Graf von Luckner hat sie als solche deklariert, als er dort, nach der Strandung des Hilfskreuzers SMS Seeadler auf dem Aussenriff, Unterschlupf fand. Das geschah vor genau einhundert Jahren, am 2. August 1917. Der Dorfchef, Marcello, hat sich jedenfalls gewundert, warum nicht mehr Deutsche vorbeikamen, um dieses Ereignis zu würdigen und zu den wenigen noch verbleibenden Wrackteilen der SMS Seeadler herunter zu tauchen. Wie es in Polynesien Sitte ist, haben wir uns bei ihm, dem Chef, am folgenden Tag mit einem kleinen Gastgeschenk angemeldet und um Erlaubnis gebeten in „seinem Atoll“ zu ankern. Im Gegenzug wurden wir am gleichen Tag zum Abendessen am Strand eingeladen. Weitere Geschenke wurden ausgetauscht, wir erhielten jeder eine Muschelkette und steuerten Wein, Nachtisch und Früchte zum Abendessen bei. Mit meinem leidlichen Französischkenntnissen kam sogar eine richtige Unterhaltung zu Stande an deren Ende Marcello dann mit einer sorgfältig verpackten Maschinenschraube rausrückte. Der Traktor der Kopra-Kooperative des Atolls war wohl defekt und er brauchte eine neue längere Schraube. Thomas versprach sein Lager zu durchsuchen und verabredete sich am nächsten Morgen um 6 Uhr zum gemeinsamen Fischen am Aussenriff.
Wie versprochen, tauchte Marcello dann in der Frühe mit seinem Power-Boot und seinen Töchtern, die beide größer und kräftiger als Thomas sind, bei uns auf. Thomas hatte Glück. An seiner Angel bissen zwei große Fische an, die von der Tochter im Nullkommanichts ins Boot befördert wurden. Und weil er die Fische nicht für sich beanspruchte, wurden wir auch am zweiten Abend zum Essen eingeladen. Es gab die lokale Spezialität, Kokoskrabben, Palmenherzensalat, Seeschwalbeneier und Thunfischspiesse vom Holzkohlengrill. Kokoskrabben leben, wie der Name schon sagt, von Kokosnüssen, werden ziemlich alt und können relativ einfach nachts mit einer Taschenlampe gefangen werden. Dann sind sie geblendet und man kann sie einfach einsammeln. Wenn man sich die vorderen Scheren dieser riesigen Krabben – die werden bis zu 4 kg schwer! – ansieht, wird jedoch schnell klar, ganz so trivial kann es nicht sein. Diese sind nämlich mit richtigen Zähnen, fast in der Größe von menschlichen Zähnen, ausgestattet. Pech, wenn grade ein Finger dazwischen gerät.


Mopelia liegt sehr abgeschieden, es ist die süd-westlichste der „Inseln unter dem Winde“ und wird nur unregelmässig, einmal im Jahr, von einem Kopraschiff angefahren. Versorgungsschiffe kommen gar nicht vorbei, da der Pass mit seinen 17 Metern zu eng und seit dem letzten Taifun auch nicht mehr mit Bojen markiert ist. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass die Natur noch intakt zu sein scheint. Auf den unbewohnten Motus des Saumriffs tummeln sich tausende von Seevögeln, dazu gehört auch eine Fregattvogelkolonie. Es wird überall eifrig um die Wette gebrütet und der Nachwuchs harrt hungrig im Nest aus, bis die Eltern mit Futter zurück kommen. Menschen gehören nicht zu den natürlichen Feinden und wir können ganz dicht an ihre Nester heran. Sie bleiben unbeeindruckt. Nur die vielen Seeschwalben fliegen aufgeregt über unseren Köpfen umher. Ihre Eier werden ja von den „locals“ gesammelt, deshalb sind sie zurecht besorgt.
In der Lagune ist das Wasser glasklar, man sieht Muränen und andere tropische Fische und es gibt Massen an Haien, die uns neugierig verfolgen. Das Vorhandensein von Haien ist ein Anzeichen für ein intaktes Ökosystem, haben wir erfahren.
Leider drängt die Zeit. Es liegen noch einige Meilen vor uns und wir müssen das kommende Wetterfenster nutzen, um ein Stück voran zu kommen. Von Marcello bekommen wir ein Glas selbsthergestellten Honig alla Seeadler mit auf den Weg.

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7 Tage Ostseewetter

Kaum zu glauben, aber auch das, 7 Tage Ostseewetter, gibt es in der Südsee. Seit wir hier im kleinen Maupiti Atoll angekommen sind stürmt, windet und regnet es. Die Fischer können nicht raus fahren, weil die Welle im Pass viel zu hoch ist. Der Taucher musste aus dem gleichen Grund seine Termine absagen und wir sind ebenfalls handlungsunfähig. Auf den Berg zu steigen lohnt nicht, der ist in den Wolken verschwunden. An Land zu kommen ist schon ein kleines Abenteuer. Meist endet es mit einer kräftigen Meerwasserdusche. Erst Anfang nächster Woche ist Besserung in Aussicht. So nutzen wir die Zeit, um kleine Reparaturen durchzuführen. Zoë hat eine neue Kinderfahne entworfen und genäht. Ich habe meinen ersten Käfer im Proviant, in den Sonnenblumenkernen, entdeckt. Kann man wohl nicht verhindern. Nudeln sollen am häufigsten betroffen sein, wurde mir von anderen Seglern berichtet. Daraufhin habe ich die betroffenen Sonnenblumenkerne kurzerhand geröstet. Die Kinder üben kräftig auf den stand-up Paddelboards der Mouss, die wir hier überraschend wiedergetroffen haben. Trotzdem langsam wird es langweilig, zumindest für uns. Nur die Kitesurfer sind glücklich, haben sie doch ideale Bedingungen, eine ausgedehnte Sandbank und viel Wind.

Maupiti ist das kleine beschauliche Nachbaratoll von Bora Bora. Hierhin verirren sich nicht allzu viele Segler, weil der Pass einen schlechten Ruf hat. Wenn der meist aus Süden kommende Pazifikschwell die 2 Meter Marke überschreitet, wird es ungemütlich, ab 2,5 Meter ist der Pass in der Regel unbefahrbar. Die Lagune wird dann voll gespült mit Wasser, das nur durch den schmalen, nach Süden offenen Pass raus kann. Zudem steht der Schwell direkt gegen diese starke Strömung.

So gehört auch unsere Einfahrt in das Atoll zu denen, die uns sicher noch lange in Erinnerung bleiben werden. Schon in 6 Meilen Entfernung waren die brechenden Wellen vor und neben dem Pass deutlich zu erkennen. Dort angekommen, musste Kalibu erst einmal in die richtige Ausgangsposition gebracht, das Segel geschiftet und der Motor gestartet werden. Im Revierführer wird von 6-Knoten auslaufendem Strom berichtet, also braucht man wahrscheinlich beides, Segel plus Motor, um Kalibu ins Atoll rein zu manövrieren. Der Pass ist recht schmal, aber deutlich mit Barken markiert. Auch ohne Barke hätte man ihn nicht verfehlen können. Die Brandung auf dem beidseitig angrenzenden Riff war wirklich gewaltig und dazwischen waren deutlich die Eddies zu erkennen, die sich aufgrund des auslaufenden Stroms gegen Wind und Welle unweigerlich bilden. Die Kinder kontrollierten für Thomas die Peilung, ich unsere Position auf der Karte. Kalibu surfte kurz auf einer Welle und kämpfte sich dann mit Segel und kräftiger Motorunterstützung gegen die Strömung voran in die azurblaue Lagune.

Maupiti: Motor kaputt?

Wir saßen gerade beim Matheunterricht, als es passierte. Bamm! Roarrr! Sofort springe ich auf und renne nach draußen. Das erste was ich sehe, ist das Dinghy. Es schwimmt falsch rum auf dem Wasser. Ich kann die weiße Schraube unseres neuen YAMAHA Außenborders sehen, die unheilverkündend in den Himmel ragt. „Papa!“ rufe ich entsetzt. Papa wollte nämlich an Land, zur Post fahren, um ins Internet zu gehen. Zum Glück ist ihm nichts passiert. Er schwimmt, seinen gelben Rucksack auf den Schultern, hinter dem Dinghy hervor. Und er braucht die Badeleiter. Sobald die drin war, steigt er aus dem Wasser, nimmt seinen Rucksack ab und leert seine Taschen. Ein paar Meter hinter dem umgekippten Dinghy sehe ich die Pinnenverlängerung. Sie treibt ab. Sofort ist Leo da und springt mit einem Satz ins Wasser, dem Stück Plastik hinterher. Wir versuchen das Dinghy wieder aufzurichten, was extrem schwer ist – nicht nur im übertragenen Sinn ; – ) – weil sowohl der Motor als auch Benzintank und Anker noch drin sind. Wir binden eine Leine an den linken äußeren Griff und Mama zieht vom Boot, Papa und Leo drücken vom Wasser. Und- Es klappt nicht. Erst als Sam und Margot von der SY Margot kommen und uns helfen, schaffen wir es das Dinghy wieder richtig herum zu drehen. Super nett von ihnen, finde ich. Nachdem Leo auch noch den Müll rettete, der ebenfalls beim knock-down abgetrieben war, verabschieden sie sich und Papa nimmt den Motor raus, um ihn sauber zu machen. Und tatsächlich: ein paar Stunden später braust unser Dinghy wieder durch die Bucht. Mal wieder gut gegangen : – ) ENDE Zoë 1.9.2017

Bora Bora – what a bore!

To begin with everybody pretends you can swim with manta ray in Bora Bora but there are no more manta rays. This is due to the large building activity which took place in the past years on the east side of the atoll. One luxury resort next to the other. Most motus are now occupied by big hotels – in some you pay more than 1.000 Euros per night – and one is not welcome to visit. We tried. The mooring of our dinghy would have cost 25$ per person, drinks in the bar not included. They make it plain, outsiders are not welcome!

Still we had a nice time here. Unexpectedly the YAHOO which we haven’t seen for a while turned up and we extended our stay here. With Jean-Loupe and Marianne we dived a couple of times. Still in the hope to meet one or two of these majestic species. The corals were beautiful but no manta.

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