Alle Jahre wieder …

22.11.2018 Es ist brutal heiss, der Wind weht zwischen 3 und 8 Knoten erst aus Nord, um dann nach Süd zu drehen. Immerhin können wir so ein paar Stunden Motorsegeln und schaffen die 60 Meilen in 12 Stunden. Wir ankern in einer Flussmündung des Bernam River. Die Strömung erreicht hier beachtliche 3 Knoten.

 

In der Nähe der Flussmündungen wuseln unzählige lokale Fischerboote herum. Die haben es wahrscheinlich schwer noch genügend Fisch zu fangen. Für uns Segler stellen sie eine wahre Herausforderung dar, weil sie häufig unvermittelt ihre Richtung ändern.

Über der Strasse von Melaka sammelt sich der Dunst der Abgase der grossen Schiffe, das obwohl es jeden Tag mindestens einmal in Strömen regnet

23.11.2018 Wir verlassen unseren Ankerplatz am Morgen mit auslaufendem Strom, zusammen mit unzähligen Fischerbooten, um die nur 25 Meilen entfernte Pangkor Marina zu erreichen. Irgendwie ist das Wetter in den letzten Tagen durcheinander gekommen. Seit ein paar Tagen regnet und gewittert es nicht mehr am Spätnachmittag oder frühen Abend, sondern irgendwann am frühen Morgen. Die letzen Gewitter brauen sich auch heute morgen hinter uns zusammen. Vor uns befindet sich eine Heerschar von Booten und Netzen, durch die wir bei schlechter Sicht im Slalom durch wollen. Irgendwie fühlen wir uns bedrängt, von rechts kommt ein Fischtrawler mit Schleppnetz – der hat wohlgemerkt Vorfahrt! – aber links sehen wir ein Fähnchen von einem Fischernetz. Wohin? Grad denken wir noch, da passen wir noch durch, doch dann entdeckt Birgit plötzlich viele kleine Schwimmkörper vom Netz, wo sie eigentlich überhaupt nicht sein sollten. Zu spät! Thomas kuppelt zwar rechtzeitig aus, aber die Schraube dreht sich ja trotzdem noch weiter mit und die starke Strömung macht alles noch schlimmer. Im Nu ist Kalibu total im Netz verfangen. Zum Glück kommen die Fischer, um uns zu befreien. Wir haben Müh und Not Kalibu vor einem Zusammenstoss mit dem groben Fischerboot zu bewahren. Thomas muss aber trotzdem tauchen und das Netz an vielen Stellen zerschneiden. Die Fischer tun uns leid.

Angekommen in Pangkor – wir haben dort einen Termin, um Kalibu aus dem Wasser zu holen

24.11.2018 Alle Jahre wieder. Nur diesmal anders. Kalibu wird mit einem ferngesteuerten Sealift aus dem Wasser gehoben. Das scheint den Jungs in der Marina Spass zu machen. Sie lachen viel und bringen Kalibu sicher an Land. Für uns beginnt die Arbeit, reparieren, putzen, schleifen, streichen, usw.. Same procedure als every year.

Kalibu auf dem Sealift kurz vorm Abstellen
weiterlesen

Port Klang, wo die globalen Wirtschaftsströme greifbar werden

18.11.2018 Zurück in Port Dickson stellen wir fest, der Wind soll deutlich zunehmen, in zwei Tagen wird eine starke Brise aus Nord-West vorhergesagt. Zur Abwechslung mal Wind, wäre super, wenn dieser nicht genau aus der Richtung käme, in die wir hin wollen. D.h. schnell noch ein paar Meilen gut machen. Montag wollen/müssen wir vor Sonnenaufgang los, immerhin haben wir im drei Tagesreisen entfernten Pangkor einen Termin, um Kalibu aus dem Wasser zu nehmen und zu reparieren. In der gleichen Nacht erwischt uns, zum Glück in der Marina, unser erster so genannter Sumatra. Das sind linienförmige Gewitterfronten, die sich über der Insel Sumatra bilden und dann mit Sturmstärke über die Strasse von Melaka ziehen. Ausweichen unmöglich. Sie sind wirklich erstaunlich, die Gewitter kommen in Minutenschnelle, von null Wind bis zu 40-50 Knoten, begleitet von viel Regen, grollendem Donner und vielen Blitzen. Wir sind froh, dass wir noch in der Marina sind, in der viele Boote höhere Masten haben als wir. An Schlafen ist nicht zu denken. Franziska hat es aber böse erwischt. Erst in Pangkor erfahren wir, dass der Blitz, der ins Nachbarboot eingeschlagen hat, ihre gesamte Elektronik zerstört hat.

Sieht ganz schön bedrohlich aus, ist aber nur ein relativ kleiner Squall

19.11.2018 Port Klang, der vorgelagerte Hafen vom wenige Kilometer im Landesinnern gelegenen Kuala Lumpur. Diese Station wollten wir uns eigentlich ersparen. Nun haben die Windverhältnisse uns doch hierher verschlagen. Gleich vorweg, es ist genau so dreckig, müllig und stinkig, wie man es sich erzählt. Mir kommen die Tränen, beim Anblick des Plastikmülls und der Öl-Teppiche, die uns auf dem Weg in den Hafen entgegenkommt. Die Hafenanlagen sind beeindruckend. Riesige Containerschiffe aus Chile, Singapur, London, Marseille, weltweit eben reihen sich an den Docks. Hier werden die globalen Wirtschaftsströme greifbar und leider auch die Auswirkungen auf die Natur. Unser neues weisses Bimini-Verdeck hat seit Singapur eine Grauschleier bekommen, der sich nicht mehr wegwischen lässt. Anfangs dachte ich es wäre Schimmel, wegen der hohen Luftfeuchtigkeit. Nein, das ist es nicht, es sind die Ablagerungen des Rohöls, das von den unzähligen Frachtschiffen verfeuert wird, die die Strasse von Melaka passieren. Dabei werden nicht nur Waren hin und her verschifft, sonder auch unser Müll. Im Radio beklagen die Malaien sich darüber, dass sie den Plastikmüll von Großbritannien entsorgen sollen. Wo der deutsche Plastikmüll, der bislang nach China verschifft wurde, mittlerweile landet ist mir nicht bekannt. Er bleibt sicher nicht im eigene Land und recycled wird nur einer geringer Anteil.

Im Kontrast zu der verdreckten Flussmündung ist dann das Clubhaus ein sehr stilvoller Ort und die zwei Tage, die wir hier auf besseres Wetter warten, verbringen wir auf der Clubterrasse.

Hafenanlagen von Port Klang

Alter Fischerhütten an der Mündung zu Port Klang

Mit jedem Tidenwechsel werden Massen an Plastikmüll ins Meer befördert

In der Marina sammelt sich der Müll täglich zwei mal zwischen Steg und Boot

Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich in der Strasse von Melaka überall wo das Auge hinreicht Plastik findet.

Kuala Lumpur

15.11.2018 kurzer Pitstop in Port Dickson. Mittlerweile sind die ersten Rallye-Segler angekommen und belagern die Bar der Marina. Franziska, die mit ihrem österreichischen Mann und drei Kindern auf einem Katamaran unterwegs ist, sagt Hallo. Wir gesellen uns zu der Seglerrunde und tauschen uns über das Projekt „Rotes Meer“ aus.

Blick auf Kuala Lumpur (KL) vom Fernsehturm gesehen

Am nächsten Morgen geht es früh weiter Richtung Kuala Lumpur (KL), eine moderne, aussergewöhnlich grüne, wuselige asiatische Großstadt. Den Weg im Wirrwarr der Autobahnkreuze zu finden, ist nicht immer einfach. Wie soll das Naviprogramm auch erkennen, auf welcher Ebene der übereinander gestapelten Strassen man sich gerade befindet? Jedenfalls zeigt es immer wieder viel zu spät an, dass wir eigentlich auf der falschen Strasse sind.

Petronas-Türme von César Pelli

Nach wie vor sind die schon 20 Jahre alten Petronas-Türme von César Pelli das Wahrzeichen der Stadt. 1998 waren sie mit 452 Metern (incl. dekorativer Masten) das dritthöchste Gebäude der Welt. Der Wettstreit ging rasant voran, immer weiter nach oben. Und selbst in KL steht heute bereits ein höheres Gebäude kurz vor der Fertigstellung, der 492 Meter hohe Exchange 105 Tower entworfen von Machando Silvetti. Dieses wird den Titel höchstes Gebäude von KL nicht lange halten können, denn das Nächste Hochhaus, der 630 Meter hohe Merdeka Tower entworfen von Fender Katsalidis, kommt gerade mit den ersten Stockwerken aus der Erde und soll bereits 2020 fertig sein.
Wir entscheiden uns für den „nur“ 421 Meter hohen Fernsehturm von KL, um uns einen Eindruck zu verschaffen.

Stadtmodell von KL mit vielen Hochhausprojekten

Danach geht es zu unserem Apartment, an dem wir gleich zwei Mal vorbeifahren, weil wir im Gewirr der Strassen die Einfahrt zur Tiefgarage verpassen. Eine weitere gewöhnungsbedürftige Eigenart Asiens. Garagen belegen häufig die ersten Geschosse der Hochhäuser, man bewegt sich von einem klimatisierten Raum in den nächsten, die Strassenräume sind entsprechend wenig attraktiv für Fussgänger. Die vielen kleinen halböffentliche Zwischenräume und öffentlichen Plätze, die wir in Europa kennen und lieben, fehlen fast gänzlich. Gewerberäume konzentrieren sich um die Verkehrsknotenpunkte der Öffentlichen Verkehrsnetze oder in grossen Malls. Das sind hier die Orte an denen man sich trifft, essen geht oder später ins Kino oder Theater. So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass der Flohmarkt, den Thomas ansteuert, um ein weiteres Schiffsmodel zu ergattern, in einer dieser Einkaufmalls stattfindet.

IB Tower von Foster + Partners

Zoë und Leonard möchten noch ins Kino, um Bohemian Rhapsody zu sehen. Der Film ist hier erst ab 18 Jahren freigegeben (in Deutschland ab 6!). Das Kino befindet sich, wie gesagt, in einer riesigen Einkaufsmall, von der U-Bahnstation direkt ins oberste Geschoss, vorbei an allen möglichen Boutiquen und kleinen Restaurants, mit automatischer Ticketkontrolle, alles easy, niemand hinterfragt das Alter der Kinder. Eine Anekdote am Rand, Zoë hat sich eine National Geographic gekauft, in der die Brustwarzen der barbusigen Frauen der indigenen Völker des Amazons alle nachträglich mit einem schwarzen Filzstift retuschiert wurden. 😉

weiterlesen

Konträres Melaka

13.11.18 Wir mieten uns ein Auto, um die nahegelegene historisch interessante Stadt Melaka zu besichtigen und ausserdem wollen wir unbedingt auch nach Kuala Lumpur.

Historische Handelshäuser in Melaka

Melaka war in der Vergangenheit, zusammen mit Georgetown, heute Penang, und Singapur eine der drei wichtigsten Handelsstädte in der Strasse von Melaka. Heute ist der Hafen versandet und in grossen Teilen Landgewinnungsprojekten zum Opfer gefallen. Selbst mit unserer Ovni, die nur 90 cm Tiefgang hat, konnten wir dort nicht anhalten. Das Zentrum von Melaka ist übersichtlich, neben Chinatown gibt es das alte holländische Rathaus und eine Replik des alten Sultanspalastes. Weiter Richtung Meer dann einige Museen, die in alten Lagerhäusern untergebracht werden. Und nicht zu vergessen Little India. Die Museen sind zwar zahlreich aber bestenfalls auf dem Stand der 70iger Jahre in Deutschland. Horden von Schülern, die sich wenig für die Exponate interessieren, werden von ihren Lehrern durchgeschleust. Alle tragen eigenartig unförmige Schuluniformen „made of plastic“. Es verbreitet sich ein leicht säuerlicher Schweissgeruch, der den Besuch nicht angenehmer macht. Im Gegensatz dazu ist Chinatown eine kleine Offenbarung auch wenn die Hauptstrassen schon sehr touristisch besetzt sind. Wir durchstöbern die Nebenstrassen, erfreuen uns an den vielen kleinen Workshops, entdecken Haifischflossen, die „angeblich“ nur als Exponat zu sehen sind, auf Nachfrage würde man sie uns natürlich sofort verkaufen, und besuchen am nächsten Tag eines der ersten, von den Holländern erbauten Handelshäusern sowie den Wohnsitz einer der reichsten chinesischen Familien in der Stadt. Leider durfte man dort keine Fotos machen. Natürlich, wie überall in der Welt, haben auch hier die Künstler bereits die Qualitäten dieses Viertels für sich entdeckt und sind mit ihren Galerien präsent. Gentrifizierung steht vor der Tür.



 

Historisches Melaka: die gesamte Altstadt von Melaka gehört seit 2008 zum UNESCO-Weltkulturerbe.


Alte Geschäfts- und Lagerhäuser entlang des Flusses von Melaka

Wir interessieren uns vor allem für die historischen Handelsgebäude im Chinesischen Viertel und besuchen das Heritage Centre in der Heeren Street, ein im 18.Jhd. von den Holländern erbautes zweistöckiges Geschäftshaus, das vor einigen Jahren historisch restauriert wurde. Neben diesem eher bescheidenen Beispiel eines Handelshauses kommt der Wohnsitz einer einflussreichen chinesischen Familie, der ebenfalls zu besichtigen ist, sehr viel prächtiger daher. Aber im Grossen und Ganzen sind die Häuser in dieser Strasse alle eher einfach, typisiert, sehr tief mit schmaler Strassenfront und mehreren Lichthöfen, die für Belichtung und Belüftung sorgen.

Thomas und Leonard beim „window shopping“ in Chinatown

Typische Ladengeschäfte sind hier beides gleichzeitig, Verkaufsfläche und Werkstatt – dort gibt es alles was das Herz begehrt, auch Haifischflossen

 

Blick in die Eingangshalle – Handelhaus und Wohnsitz einer einflussreichen chinesischen Familie

 

Typische bescheidenere Handelhäuser – in den schmalen und sehr tiefen Grundrissen sorgen zwei bis drei nach oben offene Lichthöfe für Belichtung und Belüftung

Touristisches Melaka: bunt geschmückte Fahrrad-Rikschas mit lauter Techno Musik sind bei vielen Touristen sehr beliebtund bevölkern die Strassen.

Modernes Melaka: Im neu erbauten Encore Theater, das Ankerpunkt eines projektierten neuen Stadtviertels sein soll, kann man in die Geschichte Melakas und seiner Bewohner eintauchen. Allerdings steht das futuristische Theater bis jetzt noch in der Mitte von Nirgendwo. Ein ewig langer Bauzaun umschliesst eine riese leere Sandfläche, einige Schiffswracks liegen am Strand und verweisen auf die ehemalige Nutzung.
Designed by China’s state-owned Beijing Institute of Architectural Design.

Encore Theatre in der Sandwüste vor Melaka – nur ein paar Schiffswracks sind am Strand zu bewundern – für das geplante neue Stadtviertel sind bislang nur die Grundstücke abgesteckt


weiterlesen

Von Johor nach Port Dickson – Malaysia

Am 10.11.2018 verlassen wir den Hafen von Puteri, nachdem wir drei super intensive Wochen in Deutschland verbracht hatten.

Puteri Marina
Puteri Habor liegt im Süden von Malaysia nahe der Stadt Johor Bahru, die eigentlich so eine Art Satellitenstadt von Singapur ist. Dies, weil es sich in Malaysia sehr viel günstiger leben lässt als im benachbarten Stadtstaat und weil man von hier in etwa 10 Minuten für wenig Geld mit dem Zug nach Singapur fahren kann. Die Marina liegt in einem neuen Stadtteil, mit wenig Charme und noch weniger Einkaufsmöglichkeiten. Es ist brutal heiss, regnet jeden Nachmittag in Strömen und es weht kein Lüftchen. Das mit dem fehlenden Charme sehen übrigens nur wir so, die Malaien kommen gerne hierher und machen Selfies ohne Ende, im Hintergrund immer die Marina.

Puteri Marina
In den drei Wochen, in denen wir in Deutschland waren, hat sich die Marina gefüllt. Die verschiedenen Indonesien Rallyes sind nun alle beendet und die Boote sammeln sich hier, um zur nächsten, der Malaysia Rallye, zu starten. Die Atmosphäre ändert sich entsprechend, überall hört man geschäftiges Hallo, entweder man gehört dazu oder eben nicht. Nur Zoë und Leonard haben wirklich Freude, endlich mal wieder neue Leute kennenlernen, und dann auch noch gleichaltrige Kids. Thomas und Birgit besuchen Michael, den wir seit Neuseeland nicht mehr getroffen haben, auf seinem Boot und freuen sich bald den Abflug machen zu können.

geschäftige Strasse von Melaka

 

Die Strasse von Melaka ist die meist befahrene Wasserstrasse der Welt mit einem ausgewiesenen Verkehrstrennungsgebiet, in dem man sich als Fahrtensegler besser nicht aufhält. Ausserdem ist sie in weiten Teilen sehr flach und von unzähligen indonesischen und malayischen Fischern befahren. Wir versuchen irgendwo zwischen Supercontainerschiff und Fischfangstation unseren Weg zu finden. Bei Letzteren handelt es sich um trichterförmige Konstruktionen aus Bambus oder Holzstäben, die sich die Strömungsverhältnisse in der Wasserstrasse zu nutze machen. Die Fische werden regelrecht in die Enge getrieben und dann rausgefischt. Die Trichter sind in beide Richtungen ausgerichtet und bilden damit ein lustiges Zickzack-Muster. Im allnachmittäglichen Squall stellen wir auf dem Radarbildschirm dann fest, man kann auch diese Holzkonstruktionen erkennen, wenn man die Einstellung richtig wählt.

Fischfangstationen aus Bambus in der Strasse von Melaka
Wir entscheiden trotzdem, dass wir hier nachts lieber nicht unterwegs sein wollen und erreichen nach Einbruch der Dunkelheit, kurz vor 8 Uhr unseren ersten Übernachtungsstop, die kleine Insel Pulau Pisang. Der Anker fällt und hält. Zum Glück, denn wenig später erreicht uns ein weiteres Gewitter. Später lernen wir einen französischen Segler kennen, der sich mit seinem Katamaran in einem Gewittersturm in einem dieser trichterförmigen Bambusstrukturen verfangen hat. Nicht schön!

Fischfangstationen aus Bambus in der Strasse von Melaka
Am folgenden Tag, den 11.11.18, geht es noch vor Sonnenaufgang weiter Richtung Norden. Auch an diesem Morgen weht der Wind nur schwach bis gar nicht, d.h. noch nicht einmal mässig und wir müssen Motoren. Ratter ratter … Es ist auch heute brutal heiss. Das gleiche Muster wie gestern, vormittags bis zu 2 Knoten Gegenströmung, nachmittags dann endlich mitlaufender Strom. Und zu unserer grossen Freude, es setzt ein mässiger Landwind ein, wir können einige Stunden segeln. Unser Ziel ist die Insel Pulau Besar, die hervorragende Ankermöglichkeiten verspricht. Pulau Besar war in der Geschichte ein wichtiger Stop für viele Handelsschiffe, auch für diejenigen die auf dem Weg von China nach Indien waren oder die Gewürzinseln von Indonesien ansteuerten. Heute ist es ein beliebtes Ausflugsziel für Muslime, zum Meditieren, sagt der Reiseführer.

Leuchtturm bei Port Dickson
Wir haben leider keine Zeit für eine Besichtigung, unser nächstes Ziel, Port Dickson, ist noch 45 Meilen entfernt. Das sind mindestens 10 Stunden Fahrt. Dort, in der Admiral Marina von Port Dickson, kommen wir am 12.11. spät nachmittags an. Ähnlich wie in Puteri, sind auch hier die Segelboote nicht die eigentliche Geschäftsgrundlage, sondern eher nur die Attraktion für die Hotelgäste. Das soll uns recht sein, wir machen uns auf den Weg zum Swimmingpool. Etwas verzweifelt stellen wir fest, man zieht sich hier wohl an, nicht aus, um baden zu gehen, lange Hose, langärmeliges T-Shirt und viele Frauen auch mit Kopftuch, schwimmend im Pool. Zoë will daraufhin gar nicht mehr ins Wasser. Birgit zögert. Selbst mit Sportbadeanzug fühlt man sich eigenartig deplatziert. Ein interessante Erfahrung.

weiterlesen

Ein weiteres Erdbeben

Und uns geht es gut. Seit ein paar Tagen sind wir unterwegs Richtung Norden und sind sehr froh darüber, dass wir nicht mehr in den erdbebengefährdeten Gegenden Indonesiens segeln. Trotzdem gehen uns die Nachrichten vom Beben und dem Tsunami sehr nahe. Wir hoffen das beste für alle Betroffenen.

Lovina Tour

Lovina, eine ehemalige Hippie Hochburg, begrüsst uns lautstark mit abendlicher Musik und natürlich mit einem der alltäglichen hinduistischen Rituale am Strand. Die Musik klingt wie schlechte Karaoke, rührt aber von der lokalen Liveband, die den Hotelgästen das abendliche Dinner „versüsst“. Aber der Ankerplatz ist gut, viel Sand und kein Schwell.
Von hier aus wollen wir die Berge von Bali besuchen und den ein oder anderen Tempel besichtigen. Thomas hat mit einem der „Boatboys“ ausgemacht, dass wir am darauffolgenden Morgen im Hotel am Strand einen Mietwagen abholen können. Wir sind pünktlich da, aber weder der „Boatboy“ noch das Auto sind in Sicht. Wir warten eine halbe Stunde in der sich nichts tut. Zwischenzeitlich haben die lokalen „Delfin-Tour-Anbieter“ aber schon einen Wagen mit Chauffeur für uns organisiert. Buddy, der Fahrer, überredet uns zu seiner „Lovina-Tour“. Vorbei geht es in engen Serpentinen den steilen Berg hoch, an unzähligen Nelkenbäumen und Kaffeesträuchern vorbei, durch kleine Dörfer in denen die Nelken auf dem nur ein Meter breiten Bürgersteig getrocknet werden, wohlgemerkt direkt neben den Abgasen der stetig vorbeiziehenden Auto- und Mopedkolonne. Ein nachhaltiges Erlebnis für mich, ob die Nelken im Biomarkt in Deutschland von anderen Feldern kommen, wage ich zu bezweifeln.

weiterlesen

Zwei wilde Schnorchelausflüge

Gastbeitrag von Lucie und Jan zusammen mit Zoë   Der Wecker klingelte um sieben Uhr. Mit dem Frühstück mussten wir uns beeilen, denn schon um acht hatten wir eine Verabredung mit unserem Schnorchelführer. Wir vier – Lucie, Zoë, Jan und Leo – hatten ihn noch nicht kennen gelernt, weil MaPa das Schnorcheln arrangiert hatten. Lucie musste noch mal zurück zu Kalibu, da sie ihre Taucherbrille an Bord vergessen hatte, danach ging es endlich los. Nach einer Dreiviertelstunde an der Küste entlang, erreichten wir unser erstes Ziel, eine große Korallenlandschaft, wenn auch halb abgestorben. Dafür gab es eine tropische, bunte „Fischwelt”. Nach einem längeren Fotoshooting ging es weiter zu Spot Nummer zwei. Dieser bestand aus Touristen, Tauchern, einem Schrein ( auch gerne Tempel genannt 😉 ) und noch viel mehr farbige Tropenfische. Die Taucher fanden wir besonders lustig, weil sie erstens viele tolle Luftblasen durchs Wasser gepustet hatten, die von uns eifrig zerstört und aufgefangen wurden und zweitens, war es so flach (vier Meter), dass wir locker auf die selbe Ebene wie sie runter tauchen konnten. Wir fanden es alle unverständlich, dass man in dieser Tiefe Taucherflaschen benötigt. Das einzig Interessante an dem Tempel war, dass in seiner Nähe Taucher und Makrelen zu finden waren. Jan brachte es fertig, in einen Schwarm dieser silbernen  Fische zu tauchen, während Lucie einen unverständlichen Respekt vor diesen „süßen“ Tieren hatte und immer wegschwamm. 

weiterlesen

Von Amed hoch zum Berg Lempuyang

Bequeme Ankerplätze sind rar in Bali. Da wir aber wegen der aktuellen Erdbebenaktivitäten auf Lombok nicht wieder dorthin zurück segeln wollen, müssen wir uns damit abfinden. Denpasar war schrecklich, wir wollten nur noch flüchten. Beide Ankerplätze dort sind extrem wackelig und dreckig, überall liegt und schwimmt Plastikmüll, die Ausflugsboote rasen im Affentempo an den Mooringbojen vorbei.

Nun liegt Kalibu im Nord-Osten der Insel, vor dem kleinen Fischerdorf Amed. Auf den Stränden reihen sich die lokalen Segelboote, intelligent konstruierte sehr schmale Bootsrümpfe mit zwei Auslegern und umgedrehten dreieckigen Segeln. Die sehen ein bisschen aus wie grosse Ameisen , die auf dem Meer wandern. Im Wasser entdecken wir eine Vielzahl von Fischen, vor allem die kleinen Schwarmfische unter Kalibu sind lustig. Manchmal, wenn sie gejagt werden, springen sie in Hundertschaften mit lautem Klatschen aus dem Wasser. Auch ist die Dichte an Tauchläden an diesem Küstenabschnitt wahrscheinlich die höchste weltweit – gefühlt zweifelsohne. Jeder zweite Laden annonciert Kurse und offeriert Touren zu den nahe gelegenen Riffen und Wracks. Sogar die überall in Bali präsenten Schilder, die Yogakurse anbieten, gehen völlig unter. Wir werden dann wohl auch unsere Tauchausrüstung wieder raus kramen und Zoe wünscht sich unbedingt eine Einführung ins Freediving.

weiterlesen