Wanderparadies

Tahiti entpuppt sich als Wanderparadies, die fast runde Hauptinsel mit ihren bis zu 2.240 Metern hohen Bergen ist durchzogen von tiefen Schluchten mit dichter tropischer Vegetation, wilden Flüssen und rauschenden Wasserfällen. Wir kämpfen uns auf den immerhin 2.066 Meter hohen Aora’i hoch, schaffen aber die letzten 300 Höhenmeter nicht mehr. Dunkelgraue Wolken kündigen eine tropischen Regenschauer an und wir sind zudem eh ziemlich geschafft.
Die zu erledigenden „maintenance-jobs“ halten uns ganz schön auf Trab. Einiges kann erst in Neuseeland in Angriff genommen werden, z.B. die Erneuerung unserer Kühlbox. Der Techniker war ganz entzückt, als er den fast 30 Jahre alten Kompressor sah, schreckte aber gleich zurück, als wir anfragten, ob er das System denn erneuern würde. Zu viel Arbeit! Die Batterien sind zum Glück nach der fachlichen Beratung von Herrmann von der SY Lyra wieder in einem akzeptablen Zustand. Die Solarpaneele, die in den Gambiers beschädigt wurden, konnten wir ersetzen. Die sind hier sogar deutlich günstiger, als in Deutschland, chinesisches Fabrikat. Für den Windgenerator bekamen wir die Halterung geschenkt, es fehlt aber noch ein kleines Plastikteil, das vom Squall weggeweht wurde, Lieferzeit etwa 3 Wochen. Das ist zu lang. Ausserdem stellte Thomas nach einem weiteren frustrierenden Basteltag abschliessend fest, dass auch die Elektronik durchgebrannt ist. Hat ganz schön geweht in den Gambiers. Unseren Anker haben wir ergänzt durch einen weiteren Hauptanker. Wir brauchen nach Angaben des Herstellers Rocna einen 25 kg Anker, hätten aber gerne den nächst grösseren gekauft. Allein um nachts ruhiger zu schlafen. Der war aber grad ausverkauft und nicht in der aktuellen Lieferung des Händlers dabei. Also sind wir bei den 25 kg geblieben und werden bei schlechtem Wetter einen Tandem-Anker ausbringen. Beim Hauptsegel musste das gesamte Achterliek erneuert werden. Das ist bei einem Rollsegel, der Teil, der durch den Schlitz auch in eingerolltem Zustand immer Sonne abbekommt. Und die ist wirklich unerbittlich!
Ach ja, nicht zu vergessen, ein Einkauf stand auch noch an. Unser Proviant muss nun bis Neuseeland reichen. Ausserdem, so leckeren Käse wird man ganz sicher in nächster Zeit nirgends mehr bekommen. Kalibu ist jedenfalls wieder gut gefüllt mit frischem Obst – die Mangos sind mittlerweile reif, sehr lecker – Gemüse und etwas Fleisch aus Neuseeland. Die einschlägigen Reiseführer raten zwar davon ab, sich in Französisch Polynesien zu verproviantieren. Das kann ich jedoch ganz und gar nicht nachvollziehen. Erstens sind die Grundnahrungsmittel -Mehl, Zucker, Hülsenfrüchte, Nudeln, Reis, Trockenmilch- nur unwesentlich teurer als in Deutschland. Und wenn man lokales Obst und Gemüse wählt, ist das hier in Tahiti durchaus bezahlbar. Das Angebot an Konserven ist vielfältig und es gibt sogar akzeptable Fertiggerichte im Glas eingemacht zu kaufen. Eingemachte fertige Gerichte sind sonst nicht so meine Sache, aber da ich mit dem pazifischen Wellenchaos so meine Probleme habe, landeten davon auch ein paar als „Notration“ im Einkaufskorb. Ob es nun die wohlklingenden französischen Namen waren oder die Aussicht auf mögliche 3+++ Meter Wellen, …??
Am Ende haben wir jedenfalls von Tahiti gar nicht so viel gesehen. Einmal rum auf der Route de Ceinture, einmal hoch auf den Aora’i, einmal ins Musée de Tahiti und sonst viel Arbeit und Organisation. Den Je Truck, Pick-Ups die für den öffentlichen Transport umgebaut wurden, haben wir vermisst. Wurde die verboten oder sind grad Ferien? Wir wissen es nicht.

Zum Glück bietet die zentral gelegene Stadtmarina immer wieder neues. Jeden Tag kommen Scharen von traditionellen Auslegerkanus vorbei; nette Roulettes sind nur 5 Gehminuten entfernt, das sind pop-up Restaurants, die von chinesischen Nudeln bis hin zu französischen Crepes alles anbieten; jeden Tag gibt es interessante Schiffe aller Art zu bestaunen. Auch hier können wir den Reiseführern, die wenig gutes über die Stadtmarina äussern, ganz und gar nicht folgen. Wir liegen hier sehr zentral gegenüber von einem neu angelegten Uferpark, der Service ist korrekt, die Preise sind akzeptabel.

Trotz alledem und vor allem wegen der vielen Reparaturjobs freuen wir uns auf die Weiterreise. Morgen geht es erst Mal zur Nachbarinsel Moorea, wo wie hoffen die ersten Buckelwale dieser Saison zu Gesicht zu bekommen.

Tahiti – die Schöne

30.07.2017 um 4:40 Uhr ist das Leuchtfeuer von Point Vénus, die Nordspitze von Tahiti, klar und deutlich in der recht windigen dunklen Nacht am Horizont zu erkennen. Hier hat Kapitän James Cook 1769 nach langer Fahrt durch den gewaltigen Pazifik sein Lager aufgeschlagen, um neuen Proviant an Bord zu nehmen und um die Kultur der kleinen Insel zu erforschen. Damit war der Mythos Tahitis und der Südsee geboren. Die Seeleute wurden von den Tahitianern mehr als freundlich empfangen und genossen die unverstellte Freizügigkeit der Insulanerinnen, die mit rituellem Sex und Fruchtbarkeitsritualen aufwuchsen. Die Eingeborenen kamen mit ihren Sitten und Gebräuchen Rousseaus Vorstellungen vom „natürlichen Menschen“, als jemand der nicht durch die Gesellschaft verdorben ist, recht nahe. Wie allgemein bekannt, wurden die Tahitianer dann trotz der offensichtlichen Bewunderung, von eben diesen britischen und französischen Seeleuten verdorben. Alkohol und bisher unbekannte Krankheiten setzten der Bevölkerung schwer zu. Kleine Notiz am Rande: die von den Seeleuten eingeschleppte Syphilis wurde von den Engländern „French disease“ und von den Franzosen „le mal anglais“ genannt, was versinnbildlicht, dass beide Nationen sich gegenseitig den schwarzen Peter für die Misere zuschoben. Den letzten Rest erledigte wahrscheinlich der Missionar William Ellis, der den König von Tahiti zum Christentum bekehrte und die einheimische Kultur verdammte. Das Betreiben der Missionare und später der französischen Kolonialregierung wirkt bis heute nach. So ist zum Beispiel der Genuss von Hundefleisch offiziell verboten, aber jeder Polynesier, den wir danach fragen, versichert uns, dass er natürlich den Hund, den unsere Kinder gerade streicheln, irgendwann verspeisen wird. Und überhaupt, hat sich Frankreich hier spätestens mit den Atomtests auf dem Mururoa Atoll, alles andere als beliebt gemacht. Die Polynesier, mit denen wir zu tun hatten, haben ihr Unbehagen ganz unverblümt zum Ausdruck gebracht. Nicht zuletzt trägt die eigenartige Steuerpolitik wenig zur allgemeinen Zufriedenheit bei. Es gibt in Französisch Polynesien keine Einkommensteuer, stattdessen werden alle Güter mit einer hohen Konsumsteuer belegt. Das bedeutet natürlich, dass die gut Verdienenden fein raus sind, im Verhältnis zu möglichen 40+ Prozent Einkommensteuer ist diese doch nur ein Klacks. Die vielen Wenigverdiener können sich aber die meisten Produkte gar nicht leisten. Sie sind nach wie vor Selbstversorger. Die würden aber auch in Frankreich kaum bis gar keine Einkommensteuer zahlen. Das Preisniveau ist derart hoch, dass selbst wir gut situierten Europäer hart am rechnen sind und immer wieder blass werden, wenn wir im Supermarkt die Rechnung präsentiert bekommen.

Was ist nun vom Mythos Tahiti geblieben? Papeete präsentiert sich als kleine, im Hafen durchaus gepflegte Stadt mit globalem Ambiente. Der internationale Flughafen bringt viele Touristen und nach den Autos zu urteilen, gibt es auch genügend Menschen, die davon finanziell profitieren. Der Rest der Insel lockt mit üppiger Natur, hohe Berge, viele Wasserfälle. Die müssen wir aber noch erkunden, sind wir doch erst einmal mit allen möglichen Reparaturjobs beschäftigt.

Fakarava

26.07.2017 //// Fakarava //// S 16°30.36′ – W 145°27.30′ ////. Gestern bei Sonnenuntergang gingen wir Anker auf, um uns weiter Richtung Westen zu bewegen. Fakarava ist von Tahanea eine bequeme Nachtsegeltour entfernt. Mit 15 Knoten raumen Wind segelten wir entspannt durch die sternenklare Nacht. Leider etwas zu langsam, denn wir kamen auch dieses Mal nicht passend zum Stillwasser an. Mit Blick auf den mittlerweile dunkel grau gefärbten Morgenhimmel, entschieden wir es trotzdem, also trotz voraus berechneten 3,7 Knoten Gegenstrom zu versuchen. Wie zu erwarten türmten sich die konfusen Wellen vor der Einfahrt in den Pass bedenklich auf; Strom gegen Wind halt. Der Gegenstrom setzte aber erst so richtig ein, als es deutlich flacher wurde und wir schon fast in der Lagune drin waren. Mit Segel und Motorunterstützung passierten wir den Pass problemlos, mit 7 Knoten durchs Wasser und ca. 3 bis 4 Knoten über Grund. //// Das Atoll Fakarava ist, genauso wie die letzten beiden Atolle, die wir besuchten, eine Lagune, die von einem ringförmigen Korallenriff umgeben ist. Das Riff bildet vor allem im Norden eine Reihe von sehr schmalen Inseln, hier Motus genannt. Diese sind nicht nur sehr schmal und lang, sie erheben sich auch kaum aus dem Wasser. So hat man dann in der Lagune gleich viel Wind wie draussen, nur der Pazifikschwell „bleibt draussen“. Konkret bedeutete das für uns heute morgen, dass wir bei Windstärke 5 an einer Boje anlegen mussten. Unser beispielhaftes Manöver 😉 trug zur allgemeinen Unterhaltung der anderen Boote bei. Ich schaffte es zwar beim ersten Anlauf die Boje mit unserem Bootshaken zu fassen, aber in dem Moment, in dem ich die Boje hochziehen wollte, drückte der Wind den Bug über die Boje. Der Bootshaken war in der Schlaufe eingeklemmt und ich konnte ihn nicht mehr rechtzeitig befreien, geschweige denn die Boje weiter hochziehen. Unerschrocken sprang Leonard hinterher und Thomas musste ein kleines „Mann über Bord“ Manöver fahren. Ruck Zuck waren beide, der Bootshaken und Leonard wieder an Bord und wir konnten den zweiten Anlauf starten. Kaum waren wir fest, da fing es so richtig an zu blasen. Perfektes Timing. //// Gegen Mittag war die Schlechtwetterfront durchgezogen und wir entschlossen uns, unseren zweiten Drift-Schnorchel-Ausflug in Angriff zu nehmen. Dafür und für die vielen Haie ist der Südpass von Fakarava berühmt. Bei den Haien handelt es sich um kleine Schwarzspitzen-Riffhaie, die von dem ansässigen Restaurant angefüttert werden. Die Haie schwimmen daher bis zum flachen Strand. Ich habe mich beim Schnorcheln hinter Thomas versteckt. Je grösser wir aussehen, desto eher haben sie Respekt vor uns, dachte ich. Im Gegensatz zum Pass in Tahanea sind die Korallen hier nicht von der Strömung glattpoliert, aber so richtig gesund sehen sie auch nicht aus. Nur wenige sind noch farbig und auch die weissen Korallen zeigen kaum Wachstum. Die Vielfalt und Farbigkeit der Fische ist jedoch überwältigend. Zoë entdeckte sogar einen riesigen Rochen.

Drei Versuche eine Moorinboje zu kriegen – Three attempts to get a mooring-buoy 

verfasst von Zoë 27.7.2017

Als ich gestern Morgen aufwachte, war Fakarava schon in Sicht, bzw. die Lichter von Fakarava, denn es war noch dunkel. Zwei Stunden später – um 7:00 Uhr – erreichten wir den Pass. Inzwischen war es hell geworden und Mama und Papa waren sich erst nicht sicher, ob wir ins Artoll reinfahren könnten. Wegen den Strömungen, die an diesen Stellen zu bestimmten Zeiten sehr stark sein können, was wir in Tahanea ( wo wir als letztes waren ) festgestellt hatten. Dort schnorchelten wir nämlich im Pass und ließen uns vom hereinströmenden Wasser treiben. 

Am Ende entschieden sich unser Skipper und unsere Co-Skipperin dafür, den Pass jetzt zu durchqueren. Also Schwimmwesten an und checken ob alle Luken zu sind. Sind sie, also kann es los gehen. Vorbei an Palmen und kleinen Eddies motorsegelten wir mit 3,5 Knoten über Grund gegen die bis zu 4 Knoten starke Strömung durch den Pass. Motor und Segel musste beide mithelfen, denn laut Mama und Papa hätten wir es sonst nicht geschafft. Drinnen war die Strömung fast noch stärker als draußen. 

Wir wollten an eine Mooringboje gehen. Ein richtiges Hafenkino. Hauptdarsteller: wir. Handlung: wir versuchen die Mooringboje zu kriegen und unsere Leine durch die Schlaufe zu fädeln. Und der Titel lautet dann „drei Versuche eine Mooringboje zu kriegen“. Alle, außer Papa und Mama, fanden es lustig. Aber die konnten später auch drüber lachen. 

Leo wurde als Held gefeiert. Er war nämlich dem Enterhaken hinterher gesprungen, den Mama loslassen musste. Leo springt andauernd irgendetwas hinterher. Auf den Gambiers war’s das Dingi, das von Papa nicht richtig am Boot befestigt wurde. 

Später, nach dem Mittagessen, gingen wir an Land und Schnorcheln. Unsere Tasche ließen wir bei der Tauchstation im Hotel. Es war ziemlich schön. Ja, die Korallen waren nicht wirklich bunt, aber die Fische! Die waren wirklich einmalig. Auch Haie haben wir gesehen. Kleine Schwarzspitzen-Riffhaie. Ich fand sie super aufregend. Leider sind sie immer weggeschwommen bevor man näher ran konnte. Es war richtig schade. Aber trotzdem, ein schöner erster Tag auf Fakarava! 

 

ENGLISH – When I got up yesterday morning, Fakarava was already in sight, resp. the lights of Fakarava, because it was still dark. Two hours later – at 7:00 o’clock – we reached the pass.

Meanwhile, the sun had risen and Mama and Papa weren’t sure if we could enter. This is because of the in- and outgoing current in the pass which can be very strong at these places at certain times. We experienced this in the pass of Tahanea, where we went snorkeling and used the current to drift back in the lagoon.

In the end our skipper and our co-skipper decided that we should enter the atoll anyway. So we put on our live jackets and checked if all hatches were closed. They were, now we could go. Past palms and small eddies we sailed through the pass with 3,5 knots over ground against a up to 4 knots strong outgoing current. The motor was running as well but according to Papa and Mama we wouldn’t have managed without the combination of sail and motor. Inside, in the lagoon, the current was even stronger than outside. Then we sailed to a mooring-buoy. A real „port cinema“. Main actors: we. Storyline: how one tries to get a mooring-buoy and thread a mooring-line through the loop. And the title would be „three attempts to get a mooring-buoy“. Everybody, except MaPa ( Mama and Papa ) thought this was really funny. But afterwards even they could laugh about it. And Leo was celebrated as a hero, because he jumped into the water after the boat hook, when Mama had to let go of it. Leo always jumps after something. On the Gambiers it was the dinghy which Papa did not fix properly on Kalibu. Later, after lunch, we went on land and then snorkeling. We left our bag in the dive station in the hotel and entered the water in the pass. It was quite beautiful. Yes, the corals weren’t that colorful any longer but the fishes! They were really unique. We also saw sharks. Small blacktip-reefsharks. I thought that was super exiting. Unfortunately they always swam away before you could get closer. This was a pity.  But anyway, a nice first day on Fakarava!

Tahanea

24.07.2017 //// Tahanea //// S 61°51.61′ – W 144°40.21′ //// Nun sind wir doch in der Lagune von Tahanea gelandet – geplant war Fakarava. Passte aber nicht so richtig, da wir nicht rechtzeitig zum Stillwasser am südlichen Pass von Fakarava angekommen wären. ETA Fakarava wäre ca. 19:00 Uhr gewesen und um das Stillwasser zu erreichen, hätten wir gegen Mittag da gewesen sein müssen. Ausserdem lockte uns die Aussicht auf ein unbewohntes Atoll. //// In die Lagune von Tahanea führen drei, relativ dicht beieinander liegende Pässe. Nach den Tidenangaben, die wir zur Verfügung haben, passte unsere Ankunft auch ziemlich gut. Zwischen 11:00 und 12:00 wäre Stillwasser zu erwarten gewesen. Zum Glück ist die Lagune nicht allzu gross und die Pässe sind großzügig bemessen, denn wir hatten auch dieses Mal kein Stillwasser, stattdessen mal wieder 2 Knoten Strömung mitlaufend. Hier in Tahanea ist das nicht weiter tragisch. In Hao wurden wir dagegen bei unserer Ausfahrt ganz schön durchgeschüttelt. Das obwohl 2 Knoten für den Pass in Hao kaum erwähnenswert sind. Die Strömung erreicht dort auch gerne mal zweistellige Werte und wenn die dann auf eine höhere Pazifikwelle trifft, hat ein kleines Segelboot keine Chance. Da sind dann auch die grossen Versorgungsschiffe schon mal manövrierunfähig, wurde uns zumindest von den Bewohnern von Hao berichtet. //// Offensichtlich ist es kaum möglich verlässliche Daten zu generieren. Es gibt zu viele Variablen. Angefangen davon wie viel Wasser über die flachen Riffe in das Atoll rein gespült wird, bis hin zu der Frage wie lange und stark der Wind aus einer bestimmten Himmelsrichtung geweht hat. Jedenfalls sind es viele Faktoren, die den errechneten Zeitpunkt für das Stillwasser deutlich verschieben können. Und so kann man sich leicht vorstellen, dass dieses Thema immer wieder heftig diskutiert wird. Die Crew der Segelyacht „Visions of Johanna“ hat sich die Mühe gemacht ein komplexes Excel Spreadsheet, genannt „Tuamotu Tidal Current Guestimator“ **, zusammenzustellen, mit dessen Hilfe man sich dem tatsächlichen Zeitpunkt des zu erwartenden Stillwassers annähern kann. An windigen Tagen und/oder bei rauer See ist dies sehr hilfreich. Bei gemässigten Wetterverhältnissen reicht in den meisten Fällen die Beobachtung und Einschätzung des Skippers völlig aus – ausgenommen Hao. //// Wir ankern nun vor dem Motu Noiokao in 5-6 Meter Tiefe. Und wir sind nicht allein. Dafür, dass es sich um ein unbewohntes Atoll handelt, ist hier ganz schön viel los. Die einsamen Ecken haben wir nun definitiv verlassen. //// **der Guestimator ist zu finden auf der Webseite der SY Soggy Paws www.svsoggypaws.com/files/index.htm

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Notes on Hao

July 2017 – S 18°06.18′ – W 140°94.73′ //// Hao-Tuamotus //// //// On Hao we were able to relax for the first time since we left Valdivia, because we moored Kalibu in the old harbor of the French Marine. No swell, no corrals, no slipping anchor … nothing to worry about. A very well sheltered place with a small beach nearby. Only the roosters get on your nerves after a while. They really make sure that nobody sleeps after sunrise. //// This motu – 250 meters wide and 25 km long – with the village Otepa has been developed by France as a support base for the nearby Mururoa atoll where nuclear weapons have been tested up until the late nineties. Today many of the buildings are deteriorating or – the more pleasant option – they are re-used by locals as their homes. Like for example the former casino of the harbor. The building is clearly far to enclosed, to big and not very suitable for the Polynesian life-style. This creates bizarre situations, like for example the guard house being used as a place for drying the family laundry. Or an improvised outdoor kitchen next to the large casino building. When the French retransfered the land to the former owner families after they left, some families had grown rapidly, so we have been told. Sounds all too human. //// Comparable with the Gambiers we met some people who openly expressed their dislike about the French exertion of influence – Polynesia is French territory but not EU. Apparently today about 1/5 of the population on Hao wish to become independent from France. The remaining 4/5 are most likely either French or households which are supported by the French government, i.e. where the main income comes from the municipality or likewise. Not a very healthy economic foundation. Looks like the Chinese are trying to take advantage by attempting to set up a big fish-farm in the lagoon, promising work and independent money for Hao. We are only hoping that some influential people have the farsightedness and power to prevent this venture. The impact on nature can only be worse than what we experienced in Chile with the salmoneras. As for the salmoneras the profits did not remain in Chile, only the inherited waste. //// Yet in terms of pollution the Polynesians have far worse to deal with already. On Mururoa there are 140 bore-holes (source: wikipedia) filled with nuclear waste. On Hao there are two of them, that is what locals told us. Plus all sorts of waste which has been dumped in the lagoon before the military forces left. The Greenpeace ship Rainbow Warrior was not granted permission to enter the lagoon. Even though this doesn’t proof anything, it gives reason to start worrying. The rumor is that the Mururoa atoll is not stable any longer. The 3000m high coral mountain which forms the atoll is supposedly cracked by the underground tests. Its tilting and the ground level is sinking below sea level. At high tide the roads are apparently flooded with seawater. Sounds like a ticking time bomb. //// Bastille Day on Hao – all people who attended the défilé in the morning also took part in the parade, roughly 150-200. That means many were simply not interested. Maybe because Bastille Day happens just by coincidence in the middle of the local Heiva festivities? Heiva is a big event and sums up all sorts of competitions: dance, singing, sports competitions, canoe races, fishing competitions and so on. For almost one month it is an ongoing event and the winners are local celebrities. Bastille day is like a presentation ceremony for those. For us it was great, because we had the opportunity to admire the local dance groups in full costumes. These were already entertaining us for the last two weeks by practicing next to our boat in the harbor every evening. Plus, we met the mayor and got invited by him personally for a buffet after the presentations. //// Last but not least. Images will follow. Internet is very poor here and expensive as well. The local policeman provides fresh tuna. I got ciguatera – fortunately only a light reaction – from the very same fish. We got diesel delivered right to the boat, very comfortable.

Arrival in Hao

03.07.2017 – 19:00 UTC (8:00 AM local time) //// S 18°05.94′ – W 140°54.78′ //// Almost perfect timing. With only 2.5 knots of current against us we entered the lagoon and met a dozen of sharks who just had breakfast. For sure I will not go drift snorkeling in the passage of a lagoon !

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Will we be able to enter today ?

03.07.2017 – 13:00 UTC (2:00 AM local time) //// S 18°15.74′ – W 140°14.68′ //// 23 nm to Hao-Tuamotus

////////   In some travelogs it is mentioned that the trip from the Gambiers to Hao took 7 days or longer. To me this seemed a bit long for only 460 nm linear distance. Yet this is our 6th travel-day and so far it is not certain if we will be able to enter the lagoon today. The nice ENE trade wind wasn’t lasting. We spent all day yesterday tacking against moderate NNW winds. With our old bulgy sails this was not much fun. Now the wind died down completely and we are motoring along the northern reef of Hao. By 8 AM we have to reach the only entry pass into the lagoon which is situated at the north-west because that is about the time when the only slack-water of today might occur. The bottlenecks of the Chilean channels, for example Paso Shag or Paso Kirke, seem harmless in comparison to what we might expect there. When the tide is falling for all outgoing water of the pretty large lagoon there is only this one quite narrow passage. On top the high swell of the Pacific washes additional water over the low reefs in the southeast into the lagoon with the result that there is always a higher water-level inside. The relevant guides mention „permanent outgoing water with up to 20 knots of current in unfavorable conditions“. We will see.

////////   In mehreren Reiseberichten hatte ich gelesen, dass die Überfahrt von den Gambiers nach Hao 7 Tage oder länger dauerte. Das schien mir für 460 nm Luftlinie recht lang. Wie es so kommt, nun sind wir auch schon 6 Tage unterwegs und es ist nicht sicher, ob wir heute in das Atoll reinfahren können. Der ONO Passat blieb uns nicht lange erhalten, wir verbrachten den gestrigen Tag mit hart am Wind kreuzen gegen mässig starke NNW Winde. Mit unseren alten bauchigen Segeln blieben die großen Erfolgserlebnisse dabei aus. Nun ist der Wind fast ganz eingeschlafen und wir motoren an der Nordseite des Atolls entlang zum einzigen „Eingang“ in die Lagune im Nordwesten. Dort müssen wir um 8 Uhr sein, um das kurze Stillwasser, wenn es denn überhaupt eins gibt, zu erwischen. Die Engstellen in den Chilenischen Kanälen, wie z.B. Paso Shag oder Paso Kirke klingen harmlos im Vergleich zu dem was uns dort erwartet. Bei fallender Tide muss das gesamte Wasser der grossen Lagune durch diese eine Engstelle hinaus. Weiterhin spült der recht hohe Pazifikschwell ständig Wasser über das niedrige südöstliche Riff, so dass die Lagune eigentlich immer einen höheren Wasserstand als der umgebende Pazifik hat. In den Reiseführern ist daher von „ständig auslaufendem Wasser mit in ungünstigen Fällen bis zu 20 Knoten Strömung“ die Rede. Wir sind gespannt.

Der lange Arm der Südpazifik-Depressionen

02.07.2017 – 3:00 UTC //// S 19°00.43′ – W 138°33.98′ //// 150 nm to Hao-Tuamotus ////. ////. Der lange Arm der „Südpazifik-Depressionen“ reicht weit und bescherte uns die letzten 24 Stunden böigen Starkwind und eine holprige See. In schöner Regelmässigkeit kann man beobachten, wie die winterlichen Tiefdruckgebiete in Neuseeland „starten“ und sich von dort Richtung Ost-Nord-Ost und dann entlang der südpazifischen Konvergenzzone Richtung Chile bewegen. Als mittlere Sturmtiefs wandern sie südlich der Gambiers durch und ziehen einen ewig langen, diagonalförmigen Ausläufer hinter sich her (Bild folgt, sobald wir wieder Internet haben). Diese Ausläufer, meist beachtliche Schlechtwetterfronten, beeinflussen das gesamte Windgeschehen in den Tuamotus. Für uns brachte er dieses Mal eine deutliche Verstärkung, bis 30 Knoten, des vorherrschenden Passatwindes.

Pech gehabt

30.06.2017 – 2:30 UTC (1.7.17) //// S 2o°00.84′ – W 136°41.33′ //// 270 nm to Hao-Tuamotus //// verfasst von Leonard. ////. ////. Mittlerweile glaubt Papa, dass wir mit dem Pazifikangeln einfach Pech haben und ich muss zugeben, dass er vielleicht recht hat. Schließlich sind uns schon mindestens 3 Fische auf dieser 3-tägigen Überfahrt entkommen. Der erste Fisch, der anbiss, war eine 2 m Dorade. Sie war sehr stark, aber Papa schaffte es trotzdem sie irgendwie ans Boot zu ziehen. Papa war schon auf der Badeplattform, Mama stand mit der Gaff bereit, ich holte den Rest der Leine ein. Doch als er die Dorade dann an Bord zog, mobilisierte sie ihre letzten Kraftreserven und brach den Stahlhaken, an dem sie hing, einfach ab. Der zweite Fisch war ein kleiner Thunfisch, max. 50 cm. Er biss 10 min nachdem ich die Angel wieder ausgeworfen hatte an. Wir hatten gerade eines der Fischernetze, die mitten auf dem Ozean ausgebracht werden, passiert, weswegen ich den Köder reinholen musste, da schoss die Leine von der Rolle, etwas war dran. Erst dachten wir, es wäre nur eine Plastiktüte oder so, aber als der Köder in Sichtweite kam, sahen wir, dass ein Fisch dranhing. Papa zog ihn aus dem Wasser, aber auch dieser Fisch sprang vom Haken. Wahrscheinlich war er schlecht gehakt. Nummer drei war auch ein Thunfisch. Wir fuhren etwa 7-8 Knoten als er anbiss. Das ist viel zu schnell, um Fisch und Leine rein zu holen, aber wir schafften es nicht die Geschwindigkeit durch reffen der Segel schnell genug zu verringern und so entkam auch dieser Fisch. Papa denkt, wir sollen beim nächsten Mal einfach die Schoten loswerfen. Mama ist das Risiko, dass die Segel dabei reissen zu gross. Wir diskutieren noch …